Szenenfoto aus "Verbrechen". Foto: Sabina Sabovic
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Gera/Altenburg. Ein buntes Osterprogramm bietet Theater&Philharmonie Thüringen von Karfreitag bis Ostermontag in Altenburg und Gera. Dabei ist vom Puppenspiel über Ballett oder Revue bis zu den Opern- und Konzertfreunden an alle gedacht.

Altenburg

Nach der Premiere steht der zweiteilige Ballettabend von Silvana Schröder Eine infernalische Reise / Letzte Lieder am Karfreitag um 19.30 Uhr wieder auf dem Spielplan des Landestheaters Altenburg.

Der klassische Ballettabend basiert musikalisch auf der Dante-Sinfonie von Franz Liszt und den Vier letzten Liedern von Richard Strauss und setzt sich mit den Elementen des irdischen Lebens und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod auseinander. Neben den Tänzerinnen und Tänzern des Staatsballetts sind das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung von Generalmusikdirektor Laurent Wagner, die Damen des Opernchors in der Einstudierung von Chordirektor Holger Krause und die Sopranistin Anne Preuß an der Uraufführung beteiligt.

Franz Liszt diente Dante Alighieris Jahrhundertwerk Die göttliche Komödie als literarische Inspirationsquelle für seine 1857 in Dresden uraufgeführte Dante-Sinfonie. In dem Epos begibt sich Dante in Begleitung des antiken Dichters Vergil gedanklich auf eine weite Reise. Der Weg führt die beiden durch die Hölle und das Fegefeuer bis ins Paradies. Das Leben, so die Erkenntnis, endet nicht mit dem Tod. Das Wohlergehen der Menschen im Jenseits jedoch hängt von deren Verhalten im Diesseits ab. Silvana Schröder inszeniert den Weg vom Inferno über das Purgatorio bis hin zur Erlösungshoffnung des finalen Magnificat als eine infernalische Reise voller kraftvoller Gruppenchoreografien und poetischer Duette.
Tiefgreifende Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Endlichkeit allen Seins stellt auch Richard Strauss in den Vier letzten Liedern, die er 1948 in Erwartung seines baldigen Todes zu Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff komponierte. Als erstes deutsches Ballettensemble zeigt das Thüringer Staatsballett eine tänzerische Interpretation dieser vier so persönlichen wie virtuosen Lieder – „Frühling“, „September“, „Beim Schlafengehen“ und „Im Abendrot“, live interpretiert von der Sopranistin Anne Preuß.

Die Ausstattung für Bühne, Kostüme und Video ist von Andreas Auerbach. 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn lädt Dr. Daniel Siekhaus zur Einführung im Foyer 1. Rang / Grüne Ecke ein.

Am Samstag, 31. März, um 19.30 Uhr ist Kay Kuntzes erfolgreiche Inszenierung „Meisterklasse“ zum letzten Mal im Landestheater Altenburg zu sehen. Terrence McNallys Stück spielt eine Lehrstunde für junge Sänger durch. Annette Büschelberger als Gast aus Karlsruhe besticht mit ihrer Schauspielkunst in der Rolle der Maria Callas. Die Callas (1923-1977) eroberte als Violetta, Medea, Norma oder Tosca von der Metropolitan Opera bis zur Mailänder Scala die großen Bühnen der Welt. In diesem Stück wird sie erlebbar als verletzte und verletzliche Frau, aber auch als selbstbezogene, eitle und despotische Künstlerin, die in der MEISTERKLASSE noch einmal ihre großen Triumphe auf der Bühne durchlebt, ihre Kindheit im Schatten ihrer schöneren Schwester, ihre Beziehung zu Aristoteles Onassis und den Konkurrenzkampf mit weniger talentierten, aber hübscheren Rivalinnen.

Die Teilnehmer der Meisterklasse in dieser Inszenierung sind die Sängerin Anne Preuß aus dem Musiktheaterensemble, Emma Moore (Sopran) aus dem Thüringer Opernstudio und Paul Kroeger als Gast vom Theater Coburg (Tenor).Thomas Wicklein hat die musikalische Leitung und ist in der Rolle des Repetitors am Klavier zu erleben. Es erklingt Musik von Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Als Bühnenarbeiter tritt der Technische Direktor René Prautsch auf.
Karten für 16,- Euro auf allen Plätzen!

Klangvoller Osterstrauß zum 60. Konzert Klassik bei Kerzenschein in Altenburg und Gera

Am Ostersonntag, der in diesem Jahr auf den 1. April fällt, laden Thomas Wicklein als Dirigent und Moderator und das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera zum bereits 60. Konzert der Reihe Klassik bei Kerzenschein am Nachmittag um 14:30 Uhr ins Heizhaus des Landestheaters Altenburg und am Abend um 19:30 Uhr in die Bühne am Park Gera ein.

Im Jahr 2000 hatte Kapellmeister Thomas Wicklein die Reihe zunächst nur für Altenburg aus der Taufe gehoben. Inzwischen hat sich das Format, in dem er große Kunst und ein bisschen Intimität mit den Künstlern geschickt verbindet, auch seinen Platz in Gera erobert.
Anstatt nach bunten Eiern, durchkämmt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera zum diesjährigen Osterfest die Konzertliteratur nach außergewöhnlichen Soloinstrumenten.

Die Solisten sind an der Balalaika Madin Adeniyi Johann Ogunlade, am Bandoneon Matthias von Hintzenstern und am Kontrabass Philip Nelson.
Der estnischen Komponist Eduard Tubin spielte verschiedene Instrumente, nicht zuletzt die Balalaika. Für diese russische Form der Laute schuf er ein Konzert, das durch den Kontrast mit dem klassischen Instrumentarium deren ganz besonderen Klang würdigt.

Astor Piazzolla war ein Wanderer zwischen den Welten der Klassik, des Jazz und seiner ursprünglichsten Musik: des Tango. Durch Verschmelzung dieser Einflüsse schuf er seinen Tango Nuevo, dessen Klang vom Bandoneon, dem argentinischen Akkordeon, geprägt ist. Eines der berühmtesten Stücke Piazzollas ist der unsterbliche Libertango, der bewegende und melancholische, zugleich aber auch aggressive und lebendige Klänge in sich vereint. Oblivion („Vergessen“) ist ein langsamer Tango, der sich zum klassischen Konzertstück wandelte.

Im Orchester versteckt sich der Kontrabass meist eher hinten – Tubin bringt ihn unübersehbar aufs Podium! Das einzigartige Konzert vereint die Klangsprache seiner Heimat mit zeitgenössischen Ausdrucksmitteln und stellt die virtuosen Möglichkeiten des Kontrabasses in den Vordergrund.
Angeblich komponierte Franz Schubert seine Ouvertüre im italienischen Stil um zu beweisen, dass er dies ebenso gut könne wie Rossini. Und so gefällt das Werk durch seinen heiteren und spritzigen Charakter.

Die Ruth-Brandin-Story in Gera und Altenburg

Die Schauspiel-Revue „Die große Liebe war es nicht“ erzählt anhand ihrer Schlager ein Stück Lebensgeschichte von Ruth Brandin (*1940), die eine steile Karriere von der Krankenschwester zum international gefeierten Schlagerstar machte. Als die Staatssicherheit sie anwerben wollte, ihre Kollegen zu bespitzeln, lehnte sie ab. Von da an konnte sie keine Schallplatten mehr aufnehmen.

In der Revue kann das Publikum durch die Augen Ruth Brandins das Leben in der DDR von Ende der Fünfziger bis Anfang der Siebziger nachvollziehen. In einem Kaleidoskop von Erinnerungen, Berichten und Liedern spürt die Revue der Biografie einer beeindruckenden Frau und dem Lebensgefühl einer vergangenen Zeit nach. Dabei erklingen unvergessene Schlager wie „Papagei-Twist“, „Nie zuvor war ein Abend so schön“ und „Mich hat noch keiner beim Twist geküsst“, die Ruth Brandin einst interpretiert hat. Die Autoren Svea Haugwitz und Manuel Kressin haben sich auf die Reise begeben, um gemeinsam mit Ruth Brandin deren Leben Revue passieren zu lassen. Eine junge Frau, die ohne Rücksicht auf Verluste bis heute sagt, was sie denkt, erzählt uns ihre Geschichte.

Am Samstag um 19:30 Uhr im Großen Haus Gera und am Ostermontag um 18.00 Uhr im Landestheater Altenburg öffnet sich der Vorhang zum letzten Mal für die Ruth-Brandin-Story.

VERBRECHEN im Puppentheater Gera (Foto)

Ferdinand von Schirach ist mit seinem eben erschienenen Geschichtenband „Strafe“ in aller Munde. Das Puppentheater bringt frei nach seinen Erzählungen Grün und Fähner aus dem Band „Verbrechen“ zwei Kriminalstücke in einer Fassung von Caren Pfeil auf die Bühne: am Samstag um 19.30 Uhr und am Ostersonntag um 18 Uhr im Haus am Gustav-Hennig-Platz in Gera. Die Altenburger Premiere ist am 6. April. Am Samstag wird in der Reihe Puppenspielkunst für Erwachsene nach der Vorstellung zum Gespräch bei Speis und trank eingeladen.

In der Inszenierung von Stefan Wey spielen Marcella von Jan, Sabine Schramm, Lys Schubert und Tobias Weishaupt. Für Bühne und Puppenbau zeichnet Christian Werdin verantwortlich, für die Musik Michael Krause.

Ferdinand von Schirachs Geschichten basieren auf authentischen Fällen seiner Berufspraxis. Als Strafverteidiger versucht er, im möglichen Täter den Menschen zu sehen, die Motive der Tat zu ergründen und zu verstehen, Begriffe wie Verbrechen, Schuld und Strafe differenzierter zu definieren, als es eine Strafprozessordnung vermag. Seine Geschichten sind keine fiktionalen Krimis, sondern reale Straftaten, die aber überall und jedem passieren könnten. Denn mitunter ist es nur ein sehr kleiner Schritt zwischen der Möglichkeit einer Tat und einem tatsächlichen Geschehen.

Ferdinand von Schirach (*1964) ist zum Bestsellerautor avanciert. Nach Verbrechen folgte das Buch Schuld mit weiteren Gerichtsfällen. Sein Stück Terror wurde an vielen Theatern gespielt und für das Fernsehen adaptiert.

Gera

Regisseur Kobie van Rensburgs Inszenierung und Ausstattung von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ versetzt am Ostermontag um 18.00 Uhr dank raffinierter Videotechnik die Opernfreunde in die märchenhafte Kulisse des Orients mit Palmen, Palästen und Kamelen. So wird die turbulente Geschichte als bunter Bilderbogen erlebbar: Konstanze, ihre Bedienstete und Freundin Blonde sowie deren Freund Pedrillo fallen auf einer Seereise Piraten in die Hände, die sie auf einem Sklavenmarkt verschachern. So geraten sie ins Haus des Bassa Selim. Dieser verliebt sich in Konstanze und umwirbt sie. Blonde überlässt er seinem Aufseher Osmin. Belmonte, Konstanzes Verlobter, findet nach abenteuerlicher Suche das Serail. Sein Diener Pedrillo, der beim Bassa mittlerweile als Gärtner tätig ist, schleust ihn in den Harem. Sie schmieden einen Plan, um ihre Bräute zu befreien. Doch die Entführung scheitert und das Leben der vier Unglücklichen liegt in der Hand des Bassas…

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter <www.tpthueringen.de>

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