Fiedler: „Nur wer die Zahlen kennt, kann wirksame Gegen- und Präventionsmaßnahmen entwickeln“

Erfurt. Die CDU im Thüringer Landtag will Angriffe mit Messern und anderen Stichwaffen ab sofort in einer eigenen landesweiten Statistik erfassen lassen. Einen entsprechenden Plenarantrag kündigte der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Fiedler, heute in Erfurt an. „Polizisten berichten aus ihrem Alltag, dass Angriffe mit Messern und anderen Stichwaffen in den letzten zwei Jahren massiv zugenommen haben. Nur wenn wir diese Erfahrungen mit konkreten Zahlen unterlegen können, lassen sich wirksame und zielgerichtete Gegen- und Präventionsmaßnahmen entwickeln“, erklärte der Unionsabgeordnete. Vertreter der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatten zuletzt eine Zunahme von Messerangriffen konstatiert – deutschlandweit. In dem CDU-Antrag wird die Landesregierung deshalb gleichzeitig dazu aufgefordert, sich im Rahmen der Innenministerkonferenz dafür einzusetzen, dass das Kriterium „Angriffe mit Messern und anderen Stichwaffen“ in die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes aufgenommen wird. „Wir benötigen ein Lagebild der Brutalisierung unserer Gesellschaft, die sich gerade an der Zunahme solcher Angriffe zeigt“, sagte Fiedler.

Da derartige Taten gemäß den bundeseinheitlichen Erfassungskriterien in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) nicht gesondert ausgewiesen werden, sind valide Fallzahlen von Gewalttaten unter Einsatz eines Messers oder einer anderen Stichwaffe gegenwärtig nicht bekannt. Aufgrund der fehlenden statistischen Erfassung kann derzeit nicht mit hinreichender Sicherheit ermittelt werden, in welchem Umfang Angriffe mit Messern und anderen Stichwaffen erfolgten und ob bzw. in welcher Höhe es in den vergangenen Jahren tatsächlich eine Zunahme dieser Angriffe gab. Jedoch wurde auch in Thüringen in den zurückliegenden Monaten vermehrt über zum Teil schwere Angriffe mit Stichwaffen berichtet. „Die Erfassung dieser Delikte kann die Ausgangsbasis für Maßnahmen zum besseren Schutz unserer Bevölkerung und nicht zuletzt unserer Polizisten sein. Deshalb sollte Thüringen hier mit gutem Beispiel vorangehen“, erläuterte Fiedler die parlamentarische Initiative seiner Fraktion.