Rechtsrock-Konzert in Themar

Themar/Meiningen/Hildburghausen. Das rechtsextreme Großkonzert Mitte Juli 2017 in Themar hat für einige der beteiligten Bands juristische Folgen. Eine Sprecherin des Amtsgerichts Hildburghausen sagte MDR THÜRINGEN, gegen den Sänger der Neonazi-Band „Blutzeugen“ sei ein Strafbefehl in Höhe von 1.500 Euro wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ergangen. Der Dresdner habe dagegen Einspruch eingelegt, ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Nach MDR Informationen soll Laszlo K. während des Auftritts seiner Band mehrfach die Worte „Sieg Heil“ im Refrain eines Liedes gesungen haben.

Auch gegen den Sänger der rechtsextremen Band „Stahlgewitter“ sei im Zusammenhang mit dem Konzert Anklage wegen Volksverhetzung in zwei Fällen erhoben worden. Daniel Giese soll während des Auftritts zwei Lieder mit volksverhetzenden Inhalten gesungen haben. Auch in diesem Fall steht der Prozesstermin noch nicht fest.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen sagte dem MDR, die Ermittlungen gegen den Sänger der Neonazi-Band „Die Lunikoff Verschwörung“ wegen Volksverhetzung seien noch nicht abgeschlossen. Die rechtsextreme Band ist auch für das zweitägige Neonazi-Festival im sächsischen Ostritz im April angekündigt, das von Thüringer Neonazis organisiert wird.

Laut Staatsanwaltschaft Meiningen wird gegen den Veranstalter des Konzerts Mitte Juli 2017 aktuell noch wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Insgesamt seien bei der Behörde im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Groß-Konzert rund vierzig Ermittlungsverfahren geführt worden. Mittlerweile seien circa 90 Prozent der Fälle abgeschlossen, ein Drittel der Verfahren sei eingestellt worden, in den übrigen Fällen seien Strafbefehle beantragt oder Anklagen erhoben worden.

Zu dem Konzert waren rund 6.000 Neonazis aus ganz Europa ins südthüringische Themar gereist. Anschließend waren Filmaufnahmen aufgetaucht, die mehrere hundert Konzertbesucher beim Hitlergruß zeigten. Die diesbezüglichen Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Genauere Angaben seien aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht möglich. Die Szenen hatten bundesweit für Empörung gesorgt, auch weil die Polizei nicht eingeschritten war.