Bewusste Falschmeldungen, sog. Fake News, bedrohen nicht nur die Medien, sie untergraben außerdem die Demokratie. Auch die Wissenschaft wird zunehmend diskreditiert, wenn wissenschaftlich erwiesene Tatsachen geleugnet, relativiert oder „uminterpretiert“ werden – und das selbst in Deutschland. Diese Entwicklung gefährdet ebenfalls die Gesellschaft als Ganzes. Im Frühjahr 2017 demonstrierten daher weltweit zahlreiche Menschen beim „March for Science“ für die Freiheit der Wissenschaft. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) beteiligte sich mit einer vielbeachteten Veranstaltung. Die großen Wissenschaftsorganisationen stellten im Herbst 2017 weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf fest. Zum weltweiten „March for Science“ 2018 veranstaltet die FSU dazu eine öffentliche Podiumsdiskussion am Donnerstag, dem 12. April, ab 16.00 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1).

Klimaveränderungen werden geleugnet, die Evolution als unbewiesene Theorie dargestellt und das Wetter wird angeblich längst durch Regierungen und Wissenschaft manipuliert. Nicht nur Verschwörungstheoretiker haben dank sozialer Medien die Möglichkeit, ihre Fantasien ungefiltert zu verbreiten. Auch manche Politiker oder Lobbyisten stellen die Ergebnisse der Wissenschaft infrage oder deuten sie so lange um, bis sie zu den eigenen Zielen passen. Doch Wissenschaft ist keine Meinung, sie beruht auf nachprüfbaren Fakten.

Wie lassen sich wissenschaftliche Fakten vermitteln?

Ist die Wissenschaft aber noch in der Lage, in einer zunehmend komplexeren Welt das benötigte Orientierungswissen zu liefern? Wird die Wissenschaft ihrer Verantwortung als unabhängige Institution gerecht? Soll die Öffentlichkeit mit Prinzipien und Werten der Wissenschaft vertraut gemacht werden, gerade auch bei kontroversen Themen und Zweifeln an wissenschaftlichen Befunden? Was kann die Wissenschaft dem Vertrauensverlust entgegensetzen und wie sollten die handelnden Personen agieren und kommunizieren? Und steht die Wissenschaft bei ihrem Kampf für Fakten und Werte alleine da oder wird sie durch Politik, Medien, Wirtschaft und die Zivilgesellschaft unterstützt?

Antworten auf solche Fragen suchen die sechs Diskutantinnen und Diskutanten auf dem Jenaer Podium. Sie repräsentieren Wissenschaft, Politik, Kultur und Medien und kommen aus Jena, Erfurt, Bielefeld/Stellenbosch (Südafrika). Moderiert von der Münchner Journalistin Carolin Matzko wird der gestiegene Erwartungs- und Handlungsdruck auf alle Teile der Gesellschaft diskutiert. Auch die Wirksamkeit des Formats „March for Science“ wird kritisch hinterfragt – und dies nicht nur auf dem Podium, sondern auch im Dialog mit den Besuchern der öffentlichen Veranstaltung. Eingeladen sind alle Interessierten, der Eintritt ist frei.

Wer nicht in die Jenaer Aula kommen kann, hat die Gelegenheit, die Veranstaltung per Livestream unter http://www2.uni-jena.de/rz/dienst/mmz/Online/index.phpzu verfolgen.

Unterstützt wird der March for Science 2018 in Thüringen von Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten aus Jena, Weimar, Ilmenau, Nordhausen, Gera, Eisenach sowie vom Universitätsklinikum Jena.