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Stadtgartenbetreiber scheitern an kultureller Ignoranz der Stadt

Erfurt. Nachdem der Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein bereits vor zwei Jahren den Satire-Preis „Kulturtüte“ für die Vernachlässigung der Kultur erhielt, gibt es nun für die Erfurter Kulturlandschaft die nächste Hiobsbotschaft: der Erfurter Stadtgarten muss zum Jahresende aufgeben. „Nach den Problemen um die Engelsburg und das Café Nerly ist dies schon die dritte frustrierende Nachricht für die Erfurter Kulturszene“, bemängelt CDU-Stadträtin Marion Walsmann. Das Thema wurde über drei Jahre verschleppt. Geredet wurde mit den Betroffenen nicht wirklich.

Walsmann erklärt dazu: „Der Stadtgarten ist leider eines von mehreren Beispielen im Umgang der Stadtverwaltung mit den Kulturschaffenden und denen, die in Erfurt ein breites kulturelles Spektrum ermöglichen wollen. Hier werden teils Bedingungen gesetzt und Auflagen gestellt, die kaum erfüllbar sind und die zeigen, dass der Oberbürgermeister und seine zuständige Dezernentin wenig Gespür für kulturelle Belange haben. Auch bei ureigenen kulturellen Veranstaltungen der Stadt, wie den Weihnachtsmärkten oder dem Krämerbrückenfest gibt es bereits erhebliche Einschnitte. Selbst beim großen Jubiläum zur Reformation im vergangenen Jahr hat sich die Stadt Erfurt sträflich zurückgehalten.
Künftig muss es den Kulturschaffenden in Erfurt deutlich besser ermöglicht werden Fuß zu fassen bzw. in der bestehenden Kulturlandschaft verankert zu bleiben.“

Über 300.000 Euro hatten die Betreiber bis Ablauf des bisherigen Mietvertrages im Jahr 2015 in den Stadtgarten investiert, obwohl es sich um eine kommunale Immobilie handelt. Zunächst wurde der Stadtgarten hinsichtlich einer Verlängerung des Mietvertrages zu den bisherigen Konditionen hingehalten. Dieses Zeitspiel der Stadtverwaltung kritisierte die CDU-Fraktion und forderte eine zügige Ausschreibung. Ein entsprechender Beschluss wurde Ende 2017 vom Stadtrat gefasst. Die neuen Konditionen jedoch, welche die Stadtverwaltung hier auf Basis von Erbbaurecht erarbeitete, gestalteten sich deutlich schwieriger und teurer als bisher. Es bleibt dabei aber unklar, ob die Immobilie saniert wird. Für einen Nutzer, der neben einem gastronomischen insbesondre ein kulturelles Angebot darbieten möchte, ist das eine Zumutung. Die traurige Konsequenz ist die Schließung.

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