Gespräch im Bundeswirtschaftsministerium
Betriebsrat unterstreicht hohe Wirtschaftlichkeit des Eisenacher Werks


Erfurt/Eisenach
. Angesichts stockender Sanierungsverhandlungen beim Automobilkonzern PSA hat Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee die Einhaltung von einmal gegebenen Zusagen verlangt. Laut des im November 2017 vorgestellten „Zukunftsplans“ sollen alle Opel-Werke erhalten, modernisiert und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Diese Zusagen seien auch Voraussetzung für die Unterstützung der Übernahmepläne durch Betriebsräte, IG Metall, aber auch die Standortländer gewesen, sagte Tiefensee heute nach einem Gespräch von Vertretern der Opel-Standortländer mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Arbeitsminister Hubertus Heil in Berlin: „Daran halten wir fest.“

Derzeit stehe aufgrund der konzerninternen Abläufe der Standort Eisenach im Zentrum der Diskussion, so der Minister weiter: „Für das Werk erwarten wir eine Investitionsentscheidung, die die aktuelle Auslastung erhält und über 2020 hinaus sichert. Das bedeutet die Produktion von mindestens zwei Fahrzeugen am Standort.“ Der Opel-Betriebsrat habe in dem Gespräch noch einmal deutlich gemacht, dass nur so eine langfristige Perspektive für Eisenach bestehe. „Der Betriebsrat hat darüber hinaus sehr plausibel dargelegt, dass die von PSA vorgegebenen Kostenziele und damit die Wirtschaftlichkeit des Eisenacher Werks auch unter Einhaltung der Tarifverträge erreicht wurden.“ Damit seien aktuell die Voraussetzungen für die zugesagten Investitionen erfüllt.

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Deshalb sei es unverständlich, dass die Verhandlungen zum Standort zunächst ausgesetzt worden seien. „Wir fordern alle Beteiligten auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, so der Wirtschaftsminister. „Jetzt geht es darum, Vertrauen zu schaffen und die Grundlage für eine faire Aufgabenteilung zu legen, die den einzelnen Standorten langfristige Entwicklungsperspektiven einräumt. Deshalb muss nun schnell Transparenz hergestellt und Klarheit geschaffen werden. Es gilt, den Beschäftigten die Unsicherheit zu nehmen, die sie seit der Übernahme nun schon seit Monaten begleitet.“ Tiefensee unterstrich in diesem Zusammenhang erneut die volle Unterstützung des Landes für die Restrukturierung des Standorts. „Was in unserer Macht steht, werden wir tun, um langfristig gute Rahmenbedingungen für die Produktion sicherzustellen.“ Zur weiteren Abstimmung hatte das Wirtschaftsministerium in Thüringen einen Runden Tisch eingerichtet, an dem Vertreter des Unternehmens, der Stadt Eisenach, der LEG Thüringen und des Landes erstmal Anfang März zusammengekommen waren.