Stefan Kühn, gemeinfrei, CC0

Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Konzept für den Aufbau der Gedenkstätte liegt vor“

Dresden. Kunst- und Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat in der heutigen Landtagssitzung ihre grundsätzliche Unterstützung für den Erhalt und Ausbau des Gedenkorts KZ Sachsenburg zu einer Gedenkstätte signalisiert. Damit soll die Erinnerung an die Naziverbrechen in einem der ersten sogenannten Schutzhaftlager in Sachsen wachgehalten werden. Dieses war bereits im Mai 1933 errichtet worden.

Die Ministerin betonte, dass die „Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft“ seit mehreren Jahren, soweit es der Stiftungszweck erlaube, Unterstützung leiste, um die Voraussetzungen für die Errichtung einer Gedenkstätte KZ Sachsenburg zu schaffen. Anders als im Antrag der Linken gefordert, könne jedoch laut Stiftungsgesetz erst eine bestehende Gedenkstätte vom Freistaat institutionell gefördert und damit die finanzielle Basis für das Betreiben bereitgestellt werden.

Die Errichtung selbst sei Anliegen und Aufgabe der Stadt Frankenberg, die seit 2014 Eigentümer des betreffenden Gebäudes sei und die bauliche Ertüchtigung des Gebäudes der Gedenkstätte für 2019 vorsehe. Die Stadt trage dazu bei, die Erinnerung an den historischen Ort zu pflegen und kooperiere seit vielen Jahren mit den verschiedenen Initiativen und Institutionen, wie der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (WN-BdA), der Lagerarbeitsgemeinschaft, der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der „Initiative Klick, Anna Schüller“.

Ministerin Dr. Stange: „Vor Ort gibt es ein großes ehrenamtliches Engagement und das gemeinsame Interesse aller Akteure an der Errichtung einer Gedenkstätte zum Gedenken an die Opfer und das System der frühen Konzentrationslager. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten begleitet seit Anfang an dieses Vorhaben fachlich und finanziert Einzelprojekte.“

Notwendig für die Errichtung einer Gedenkstätte sei eine fundierte wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte. In der DDR habe es keine systematische wissenschaftliche Forschung zu dem Lager gegeben. „Beginnend mit verschiedenen Bachelor- und Masterarbeiten über ein Konzept der Stadt Frankenberg Ende 2017 bis zu dem im Sommer erscheinenden Sammelband zu den frühen KZ in Sachsen, der von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gemeinsam mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung erstellt wurde, wird diese Forschungslücke gefüllt sein. Damit gibt es jetzt eine gute Grundlage für den Aufbau der Gedenkstätte“, sagte die Ministerin. Sobald die Gremien der Gedenkstättenstiftung mit dem von der Stadt Frankenberg vorgelegten Konzept befasst worden seien, könnten weitere Schritte folgen.

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