Von Der Checkerboy - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Junge: Kita-Umfrage zu einem Euro pro Kind und Tag mehr – Kultusminister geht‘s nicht um Bildung, sondern Vorwahlkampf

Dresden. Anlässlich der heutigen Aktuellen Debatte auf Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU und SPD zum Thema „Gesagt – gefragt! – Qualitätspakt frühkindliche Bildung“ erklärt Marion Junge, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag für Kindertagesstätten:

Ein süßes kleines Mädchen wirbt auf dem Plakat für die Kita-Umfrage. Der wissenschaftliche Begleiter dieser zweiwöchigen Eltern- und Erzieher-Befragung war nicht etwa ein erziehungswissenschaftliches Institut, sondern es war das Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden. Das allein sagt vieles aus, worum es der Staatsregierung geht! Es ging und geht nicht darum, den möglichst richtigen Weg für die Qualitätsentwicklung in Kitas zu finden. Nein, es geht um die Frage: Welche Maßnahme lässt sich politisch am besten kommunizieren, in den Medien am besten verkaufen? Schließlich sind nächstes Jahr Landtagswahlen.

Maximal 75 Millionen Euro Mehrausgaben – das ist, um es einmal plastisch zu machen, weniger als ein Euro pro betreutem Kind und Tag. Es ist noch nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. der Kultusminister will mit diesem Tröpfchen auch noch glänzen. Das zeigt ja auch die heutige Aktuelle Debatte. Und deshalb ist man auf die skurrile Idee verfallen, jetzt die Eltern entscheiden zu lassen, auf welche Stelle des kochend heißen Steines das Tröpfchen fällt und auf welchem es verdampfen wird.

Um die Qualität in den Kitas voranzubringen, benötigen die Kindertageseinrichtungen bessere Rahmenbedingungen für die Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes.

Seit 15 Jahren kämpfen die Erzieher*innen, Verbände und Initiativen für die Umsetzung des Bildungsplanes. Die Infrastruktur, also der verbindliche Leitfaden, fehlt.

Der sächsische Bildungsplan ist mit den fehlenden personellen Ressourcen nicht umsetzbar, so die Einschätzungen von Leiterinnen und Erziehern. Sie erwarten von der Staatsregierung, dass sie ihre Versprechungen, die sie 2016 mit der Einführung des Sächsischen Bildungsplanes gemacht hat, jetzt endlich bald umsetzt!

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