Musikermediziner Hans-Christian Jabusch spricht über physiologische und psychologische Aspekte des Musizierens

Weimar. Die Musikhochschule lädt zu einem öffentlichen Vortrag ein: Der studierte Musiker und Mediziner Prof. Dr. Hans-Christian Jabusch von der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden spricht am Mittwoch, 2. Mai um 19:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus über effizientes und gesundes Üben. In seinem Vortrag „Neurobiologische und psychologische Aspekte beim Musizieren – Konsequenzen fürs Üben“ veranschaulicht er hirnphysiologische Vorgänge und psychologische Gesichtspunkte und bringt sie in Zusammenhang mit der Praxis.

Die Ausübung von Musik verlangt ein Höchstmaß an feinmotorischer Präzision und bewegt sich hier an den Grenzen der menschlichen Physiologie. Die für das Musizieren notwendigen, hochkomplexen Bewegungsprogramme werden beim Üben unter der permanenten und strengen Kontrolle durch den Gehörsinn in den sensomotorischen Arealen des Gehirns erstellt und immer weiter verfeinert. Hierbei erfordert die Bewältigung der verschiedenen musikalischen Herausforderungen den Einsatz gezielter Übestrategien.

Aus verschiedenen Blickwinkeln sollen Strategien zur Optimierung des Übens aufgezeigt werden, die darauf abzielen, Belastungen zu minimieren, Umwege zu vermeiden und ein effizientes Üben und gesundes Musizieren zu ermöglichen. Fragen, mit denen man sich beim Üben und beim Unterrichten täglich konfrontiert sieht, sollen vor dem Hintergrund der Neurobiologie der Bewegungssteuerung und des musikalischen Lernens diskutiert werden.

Prof. Dr. Hans-Christian Jabusch ist Leiter des Instituts für Musikermedizin (IMM) an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Neben der klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit am IMM leitet er das Kursprogramm zur Musikergesundheit an der Hochschule. Er studierte Klavier (Hochschule für Musik Würzburg) und Medizin und war zunächst für drei Jahre am Uniklinikum Regensburg in der Inneren Medizin ärztlich und wissenschaftlich tätig. Anschließend verbrachte er acht Jahren als klinischer und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und habilitierte sich in der systematischen Musikwissenschaft.

Sein wissenschaftliches Interesse gilt musikphysiologischen Themen und der Performanzforschung, so z.B. dem sensomotorischen Lernen bei Musikern und der Evaluation und Optimierung musikalischer Übestrategien. Klinische Forschungsschwerpunkte bilden die Pathophysiologie, Diagnostik, Therapie und Prävention spielbedingter Gesundheitsstörungen bei Musikern. Seit 2017 ist er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin DGfMM e.V.

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