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Pohl erwartet spätere Übertritte zu ALARM

Erfurt. Die AfD-nahe Gewerkschaft Alternativer Arbeitnehmerverband Mitteldeutschland (ALARM) hat bei den Wahlen im März und April keine Betriebsratssitze in Thüringen erringen können. Entgegen früherer Ankündigungen trat ALARM in keinem Unternehmen mit eigenen Kandidaten an. Das bestätigte ALARM-Sprecher Jürgen Pohl MDR THÜRINGEN. Ein Jahr nach Gründung des Vereins seien die flächendeckenden Wahlen einfach zu früh gekommen, sagte Pohl.

Der Bundestagsabgeordnete und Sozialpolitiker gab sich dennoch zufrieden mit der Entwicklung. Denn zahlreiche Einzelkandidaten von der AfD hätten den Sprung in die Betriebsräte geschafft. „Die sind nicht offiziell als ALARM angetreten. Aber ich glaube die Gewerkschaften werden sich noch wundern, wer sich noch alles als ALARM-Anhänger outen wird“, sagte Pohl. Namen wollte er nicht nennen. Dafür sei es noch zu früh.

In Thüringens DGB zweifelt man an diesem angeblichen Erfolg. Dem stellvertretenden Landesvorsitzenden Sandro Witt sind Übertritte zu ALARM nicht bekannt. Witt sagte dem MDR: „Wir wissen mittlerweile, dass es drei Rechtsanwälte sind, die sich der AfD zugehörig fühlen, dass ALARM aus drei Rechtsanwälten besteht, die bislang weder einen Betrieb von innen gesehen haben noch irgendetwas anderes. ALARM ist eine große Filterblase bei Facebook, mehr nicht.“

Zahlen zu Mitgliederstärke und -entwicklung von ALARM sind nicht bekannt. Ein Jahr nach Gründung gibt es einen Facebook-Auftritt, nicht aber eine dort veröffentlichte Satzung. Auch wird nicht klar, ob und über wie viele Landes- oder Kreisverbände der Verein bereits verfügt.