Gundula Schulze Eldowy
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Erfurt. Nachfolgend finden Sie die Mai-Veranstaltungen im KulturQuartier Schauspielhaus:

Freitag, 4. Mai 2018, 19:30 Uhr
Gute Reise I: Voltaires „Candide oder Der Optimismus“ – Lesung mit Martin Schink
In Kooperation mit der Buchhandlung Peterknecht
KulturQuartier Schauspielhaus, Klostergang 4
9 € / ermäßigt 7 €
Kartenvorverkauf: Kurhaus Simone, Wenigemarkt 21

Es ist ein Parforceritt um die halbe Welt, die der uneheliche Fürstenspross Candide auf sich nimmt, um die große Liebe seines Lebens zu erobern. Dabei stellt sich der Spießrutenlauf, den er am Beginn seiner Abenteuer erdulden muss, noch als vergleichsweise harmlos heraus. Zusammen mit seinen Weggefährten, der geliebten Kunigunde, seinem Lehrer Pangloss, einer Papsttochter und vielen anderen ist er einem Dauerhagel von Widrigkeiten, Schrecklich- und Schlechtigkeiten ausgesetzt. Einzig der Glaube, dass alles auf der Welt auf das Beste eingerichtet sei, lässt ihn den Mut nicht verlieren.

„Alles, was ist, ist richtig und gut“: so lautet der optimistische Lehrsatz der Philosophen Leibnitz und Pope, die die europäische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zur besten aller möglichen Welten erklärte. Als dann am 1. November 1755, dem Allerheiligentag, das große Erdbeben von Lissabon mehr als 30.000 Menschen in den Tod riss und ein Jahr später der Siebenjährige Krieg ausbrach, hielt es der französische Philosoph und scharfzüngige Satiriker Voltaire für an der Zeit, dieser These vehement zu widersprechen. Das Ergebnis war der 1759 erschienene philosophische Kurzroman „Candide oder Der Optimismus“, der sofort von einem großen Leserpublikum bejubelt wurde.

Kurzportrait Voltaire

Voltaire (eig. François-Marie Arouet), 1694 in Paris geboren, besuchte dort das Jesuitenkolleg Louis-le-Grand und fand nach Abschluss seines Studiums bald Zugang zu aristokratischen freidenkerischen Kreisen. 1717 brachte ihm eine Satire auf Ludwig XIV. ein Jahr Haft in der Bastille ein. Später musste er seines Freidenkertums und seiner aufklärerischen Schriften wegen mehrfach Paris verlassen. In England und auf dem Schloss einer Freundin in der Champagne fand er Asyl. 1750 folgte er einer Einladung an den Hof Friedrich des Großen, wurde aber drei Jahre später in Ungnade wieder entlassen. Er starb 1778 in Paris.


Mittwoch, 9. Mai 2018, 18:00 Uhr
Ausstellungseröffnung StadtRaumBoxen # 6 „home sweet home“ – Christian Claus
Musik: Jan B (Polyfon)
KulturQuartier Schauspielhaus, Klostergang 4
Eintritt frei
Die Ausstellung ist bis zum 17. Juni 2018 ganztägig zu sehen.
Vielen Dank den Förderern: Freistaat Thüringen/Staatskanzlei und der Sparkasse Mittelthüringen


Samstag, 12. Mai 2018, 19:30 Uhr
Gundula Schulze Eldowy (Foto) liest aus „Tänzerflügel“
In Kooperation mit der Kunsthalle Erfurt
KulturQuartier Schauspielhaus, Klostergang 4
10 € / ermäßigt 8 €
Kartenvorverkauf: Kurhaus Simone, Wenigemarkt 21

Eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung in der Kunsthalle Erfurt: HALT DIE OHREN STEIF! KEEP A STIFF UPPER LIP! Robert Frank & Gundula Schulze Eldowy in New York
15. April – 24. Juni 2018

„Für den genialen Menschen gibt es nichts Geistvolleres, Tieferes als seine eigene Lebensgeschichte. Wenn große Künstler und Philosophen jeder unbedeutenden Einzelheit ihres Lebens eine Art religiösen Kult gewidmet haben, so kann nur ein sehr oberflächlicher Mensch glauben, daß dies Selbstbeweihräucherung war… sie spürten nämlich, daß dies eigentlich das einzige Thema sei“, schrieb Egon Friedell. Ein exemplarisches Beispiel künstlerischer Selbstbetrachtung sind die Erzählungen des Buches „Tänzerflügel“, mit denen sich Gundula Schulze-Eldowy die Seele aus dem Leib geschrieben hat, um sich von einer Vergangenheit zu lösen, die sich ihr als Abgrund offenbart. „Tänzerflügel“ ist eine moderne Mephisto-Geschichte, die jeder Einzelne von uns kennt. Armes Tier, existierst um gefressen zu werden! mögen wir beim Anblick einer Kuh manches Mal gedacht haben. Daß wir Menschen in ähnlicher Lage sind, indem unsere Seele gefressen wird, ist kaum geläufig. Wegen seiner Mehrdimensionalität den Menschen überlegen, kolonisierte ein Tier die Erde, bevor der Mensch auf der Bildfläche erschien. Das Buch beginnt harmlos, wovon sich der Leser nicht täuschen lassen sollte, denn auch die Autorin wird sich über die Zusammenhänge erst am Schluß im klaren. Am Anfang ihrer Reise sah das Tier noch wie ein Mythos aus, doch im Laufe des Buches wird seine reale Existenz immer gewisser. Je subtiler das Bewußtsein der Autorin aufsteigt, desto mehr nimmt sie das Tier wahr. Das Grauen stört sie nicht. Indem sie ihre Seele hinaushebt, zeigt sie den Ausweg aus der Hölle. Gundula Schulze-Eldowys Reise ist eine Kreuzfahrt durch sich selbst, in der äußere Belange ihr Türen zur Innenschau öffnen. Rasant und in packenden Bildern erzählt, wie sie nur eine Fotografin zu vermitteln vermag, berichtet sie von Pyramiden und korrupten Beamten, die sie ausplündern, von einer antiken Bibliothek unterhalb des Gizeh-Plateaus, von unentdeckten Schächten in der Cheops-Pyramide, von Schwarzmagiern, die sich in Pferde und Enten verwandeln, von Riesenschlangen peruanischer Andenlagunen, die durch die Luft fliegen und sich in Menschen verwandeln. Überhaupt erscheint bei ihr die Fabelwelt der Kobolde, Zwerge, Riesen und Götter als reale Welt, mit der die Menschen mehr verflochten sind, als sie es wahrhaben wollen. Es ist keine fiktive Reise, sondern eine authentische Erzählung der Abenteuer einer Weltenbummlerin, die in Ägypten und Peru zweiundzwanzig Jahre lebte. Im permanenten Wechsel der Ebenen spürt sie ihre ureigene Natur auf, die stellvertretend für die der Menschen zu betrachten ist. Ihr Bericht ist ein aufrüttelnder Blick in die Abgründe des Menschseins. Nicht die Kolonisierung eines Territoriums, sondern die Kolonisierung der Seele, steht im Mittelpunkt. Dem Abgrund begegnet sie im vollen Bewußtsein. Nur so gelingt ihr die Neukonstituierung.


Freitag, 18. Mai 2018, 19:30 Uhr
„Geisterstätten Thüringen – Vergessene Orte“ von Arno Specht und Uwe Schimunek – Multimediale Lesung mit Uwe Schimunek
KulturQuartier Schauspielhaus, Klostergang 4
9 € / ermäßigt 7 €
Kartenvorverkauf: Kurhaus Simone, Wenigemarkt 21

Thüringen ist bekannt als das „Grüne Herz Deutschlands“, das idyllische Landschaften vom Thüringer Wald bis zur Rhön und touristische Highlights von Weltrang wie die bezaubernde Altstadt von Weimar oder die stolze Wartburg in Eisenach zu bieten hat. Doch Thüringen besitzt auch ein anderes Gesicht: In seinen malerischen Bergen und Tälern versteckt sich mancher geheimnisvoller Ort, an dem einst Menschen wohnten, arbeiteten oder sich Gesundung erhofften und der nun dem Verfall preisgegeben ist. Die Autoren Arno Specht und Uwe Schimunek sowie die Fotografen Babett Köhler, Peter Männig und Adrian Specht führen den Leser zu 14 der aufregendsten thüringischen Geisterstätten. Unter den vorgestellten Gebäuden und Anwesen sind das Jagdschloss Rathsfeld im sagenumwobenen Kyffhäusergebirge, das Kaiser Wilhelm II. ebenso zu seinen Gästen zählte wie erholungssuchende Soldaten, die mondäne Sophienheilstätte bei Bad Berka, die einst Tuberkulosekranke beherbergte, oder das luxuriöse Oberhofer Gästehaus von Walter Ulbricht. In stimmungsvollen Texten und Fotografien erzählt das Buch die Geschichten, die sich hinter den verfallenen Fassaden verbergen, und fängt die morbide Faszination ein, die Gebäude ausstrahlen, die ihre Zeit überdauert haben.

Arno Specht, Jahrgang 1969, ist als Pressesprecher tätig. Er schrieb für den Jaron Verlag „Geisterstätten“-Bücher über Berlin (Neuausgabe 2014), Dresden (2013, mit Christine Gruler), Leipzig (2014, mit Uwe Schimunek) und Mecklenburg-Vorpommern (2016, mit Martin Kaule).
Uwe Schimunek, Jahrgang 1969, ist freier Autor. Im Jaron Verlag veröffentlichte er Kriminalromane (wie „Tödliche Zeilen“, 2017), „Geisterstätten Sachsen“ (2018, mit Arno Specht) und den Stadtführer „Leipzig mit Kindern“ (2015, mit Ine Dippmann).


Samstag, 26. Mai 2018, 16.00 Uhr
Der gestiefelte Froschkönig – Verdrehte Märchenstunde im KulturQuartier
Kinderlesung mit Juliane Sacher
KulturQuartier Schauspielhaus, Klostergang 4
Eintritt: Spendenbasis

Oh weh, Rotkäppchen ist die wunderschöne goldene Kugel in den Brunnen gefallen. Ob das tapfere Schneiderlein mit seinen Siebenmeilenstiefeln an den Füßen helfen kann? Hm, fraglich – denn irgendetwas stimmt hier überhaupt nicht! Aber was? Jetzt wird es Zeit, die Märchenkenntnisse mal wieder aufzufrischen. Dazu lade ich alle kleinen und großen Erfurterinnen und Erfurter auf meinen Erzählteppich ein. Er wird auf der Wiese vorm Kulturquartier zur Märchenstunde um 16 Uhr ausgerollt und vielleicht, aber auch nur vielleicht, fliegen wir dann damit zum Abschluss eine kleine Runde.

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