Foto: Carola Ludwig

Jena. Die Ankündigung kann kurz ausfallen, denn Conny Bauer ist zu Gast in der Trafo Station–Nollendorfer Strasse 30.
Der Posaunist hat Louis Rastig (Piano) mitgebracht. Beide spielen seit vielen Jahren immer wieder im Duo. Ihr musikalischer Dialog ist von Spielfreude, Neugier und einer klaren Dramaturgie gekennzeichnet, bei der jeder seinem ureigenen Stil treu bleibt.

Conny Bauer und Louis Rastig waren auch über viele Jahre Mitglieder der Band „Bauer 4“, in der sie zusammen mit dem Posaunisten Johannes Bauer und dem Bassisten Matthias Bauer spielten.

Louis Rastig, Jahrgang 1987, hat schon als 16-jähriger mit seinem Vater Konrad Bauer improvisiert und fand einen völlig eigenen Zugang zu dieser Musik.

Conny Bauer, geboren 1943 in Halle an der Saale, gilt als Meister der melodischen Improvisation auf der Posaune. Für die im Jahr 2008 erschienene CD „Der gelbe Klang“ erhielt er aufgrund der künstlerisch herausragenden Arbeit den Preis der deutschen Plattenkritik. Er ist einer der international anerkanntesten Jazz-Posaunisten, der in den 70er Jahren die Entwicklung des Free Jazz in der DDR entscheidend prägte Mit dem Namen Conny Bauer sind untrennbar die Gruppen „Exis“, „FEZ“, das „Konrad-Bauer-Quartett“, das „Konrad-BauerTrio“, „Doppelmoppel“ und das „Zentralquartett“ verbunden, deren Initiator beziehungsweise Gründungsmitglied er war. Er leitete außerdem von 1987 bis 1988 das Jazzorchester der DDR. Neben dem SWR-Jazzpreis erhielt der Künstler den Verdienstorden des Landes Berlin.

Bauer arbeitet mit renommierten Musikern wie beispielsweise Barry Guy, dem Leiter des „London Jazz Composers Orchestra“, Evan Parker, Peter Brötzmann, Alexander von Schlippenbach, Ernst-Ludwig Petrowsky, Nils Wogram und Orchestern wie der NDR-Bigband und dem European Jazz Ensemble zusammen. Er begleitet unter anderem Filme, Hörspiele, Tanzdarbietungen, Lesungen und Malerei. Im Jahr 2000 erschien das Hörspiel „Alice im Wunderland“ in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Walfriede Schmitt, für das er die Musik komponierte.

Louis Rastig, Jahrgang 1987, hat schon als 16-jähriger mit seinem Vater Konrad Bauer improvisiert und fand einen völlig eigenen Zugang zu dieser Musik. Er ist Mitglied verschiedener Musikformationen und tritt außerdem als SoloPianist auf. Seine Musik bewegt sich zwischen freier Improvisation und experimentellem Rock. Verblüffend für sein Alter, erweist er sich im musikalischen Geflecht von „Bauer 4“ als „stimmig“ und originell, das heißt auch ohne stilistische Anleihen bei großen Vorbildern.

2012 initiierte Louis Rastig in Berlin das „A L’ARME!“-Festival, dessen künstlerischer Leiter er seitdem ist. Er spielte bereits mit zahlreichen international-renommierten Improvisationsmusikern, wie zum Beispiel Paul Lovens, Johannes Bauer, Joe McPhee, Silke Eberhard, Paal Nilssen-Love, Mette Rasmussen, Michael Zerang und vielen anderen.