Kinder der KITA BiLLY und KITA Beutenberg beim „Forschertag für Vorschulkinder“ am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) in Jena. [Foto: Magdalena Voll / FLI]

Alternsforschung zum Anfassen und Ausprobieren

Jena. Einmal auf dem Foto wie eine Oma oder ein Opa aussehen, die eigenen Sinne testen oder magische Zauberpulver mischen – all das konnten auch in diesem Jahr wieder 15 Vorschulkinder am Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena. Die Kinder der KITA Beutenberg und KITA BiLLY besuchten zusammen mit ihren Erziehern traditionell das FLI zum „Forschertag für Vorschulkinder“ und konnten einen kindgerechten Einblick in die Alternsforschung gewinnen. An zahlreichen Mitmach-Stationen wurde ihnen gezeigt, wie spannend Forschung sein kann.

Jena. „Warum altern wir? Wie alt kann ein Affe oder eine Riesenschildkröte werden? Warum sehen wir Mama und Papa ähnlich, unserem Freund aber nicht?“ Der Wissensdurst unserer Kinder scheint schier unermüdlich. Um dieses enorme Potential frühzeitig zu fördern und Kinder bereits im Vorschulalter für Naturwissenschaften zu begeistern, veranstaltet das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena bereits seit mehreren Jahren im Frühjahr einen „Forschertag für Vorschulkinder“. Auch in diesem Jahr waren wieder 9 Kinder der Bilingualen Integrativen KITA BiLLY des Quer-Wege e.V. und 6 Kinder der Kindertagesstätte „Beutenberg“ des Studierendenwerks Thüringen mit ihren Erziehern am Leibniz-Institut zu Gast und konnten viel Interessantes über das Leben & Altern erfahren, aber auch selbst einmal experimentieren.

„Neben unserer alltäglichen Forschungsarbeit am Institut ist dieser bunte Vormittag mit Vorschulkindern mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Nachwuchsarbeit geworden“, berichtet Prof. Christoph Englert, Forschungsgruppenleiter am FLI. Bereits zum neunten Mal organisierte er zusammen mit seinen Mitarbeitern diesen „Schnuppertag“ für Vorschulkinder der KITA BiLLY und KITA Beutenberg. „Jedes Jahr sind wir aufs Neue gespannt, wie die Kinder unsere zahlreichen Mitmach-Angebote nutzen und welche Fragen und Antworten sie dabei für uns parat haben“, schmunzelt Prof. Englert. „Es fasziniert uns immer wieder, mit welchem Elan und welcher Freude die Kinder bei der Sache sind, wenn sie die kleinen Experimente bei uns durchführen“.

Auch in diesem Jahr erwartete die Kinder wieder ein abwechslungsreiches Programm: Kindgerecht wurden zu Beginn in einem Vortrag die Grundprinzipien der Genetik erklärt, d.h. welche Bausteine (Merkmale) in uns gespeichert sind und wie diese Informationen von Mama und Papa an die Kinder weitergegeben werden. Dann ging es im Wechsel an die einzelnen Stationen. Die Kinder konnten beispielsweise unter dem Mikroskop zappelnde Mückenlarven betrachten, Brausepulver zum Brodeln und Knallen bringen oder mit Hilfe der Chromatografie Farbstreifen in Fantasiemuster verwandeln. Darüber hinaus bestaunten sie an einer anderen Station die farbenprächtigen Fische am Institut und lernten, dass auch diese Fische Sport treiben können; genau wie die Mädchen und Jungen, die in ihrer Freizeit zum Basketball, zur Rhythmischen Sportgymnastik oder zum Ballett gehen.

Anhand diverser Alterssimulationen bekamen die Kinder ein Bild davon, wie schwer es für alte Menschen ist, ganz alltägliche Dinge zu verrichten, wie z.B. Knöpfe zu schließen, Schleifen zu binden, Farben zu erkennen, Druckknöpfe zu öffnen oder Türen aufzuschließen. Das auch unsere Sinne, wie das Tasten, Hören und Riechen, im Alter beeinträchtigt sein können, lernten die Kinder in Memory-Spielen kennen. Zum Schluss wagten ganz mutige Kinder noch einen Blick in ihre Zukunft und sahen, wie sie vielleicht einmal als Oma oder Opa aussehen werden; ein riesiger Spaß für Jung und Alt.