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Jena. Im Aufsteigerduell wird die SpVgg Unterhaching mit 2:1 auf die Heimreise geschickt. Vor 5.225 Zuschauern hatte Julian Günther-Schmidt den FCC in Führung gebracht, den zwischenzeitlichen Ausgleich korrigierte Innenverteidiger Dennis Slamar per Kopf nach Eckball eine Viertelstunde vor Abpfiff. Es war nach den Auswärtssiegen in Bremen und Osnabrück der dritte Drittligasieg in Folge für den FCC.

Bei besten Fußballwetter ließ Trainer Mark Zimmermann seine Elf wie schon in Osnabrück in einer Formation mit Dreierkette auflaufen. Slamar-Löhmannsröben-Grösch wurden von Cros und Bock flankiert, während Thiele und Günther-Schmidt das Sturmduo gaben. Und letzterer kam nach neun Spielminuten zur ersten Großchance. Starke hatte einen missglückten Ball von Hachings Torwart-Debütant Mantl abgefangen und JGS bedient, in dessen Schuss sich aber Stahl warf. Im Gegenzug verzog Hain, der Topstürmer des Bobfahrervereins aus der Drehung knapp. Nach dreizehn Spielminuten war Jo Coppens zum ersten Mal gefragt, als er zwei dumme Fehler von Löhmannsröben und Grösch gegen Porath ausbügelt. Nur um wenig später demselben Spieler mit einem überflüssigen Tänzchen beinahe selbst den Ball aufzulegen. Doch Jena zog nun das Tempo an, und konnte Mantl Starkes Schlenzer vom Strafraumeck noch entschärfen (18.), so streckte er sich sieben Minuten später vergebens. Julian Günther-Schmidt hatte sich durchgetankt und von der Strafraumgrenze abgezogen, begünstigt von einem Hachinger Fuß schlug die Kugel zentimetergenau neben dem linken Pfosten im Tor ein.

Doch mit der Führung im Rücken agierte unsere Mannschaft nun zunehmend nachlässig, so dass die Gäste mehr und mehr in ihr technisch anspruchsvolles Spiel kamen. Glück hatten die Blaugelbweißen, als nach 36 Minuten Coppens einen Schuss von Marseiler noch entscheidend abfälscht, so dass Slamar im letzten Moment das Leder über die Latte bugsieren kann. Drei Minuten später war es dann soweit. Jenas Defensivreihe, in der Marius Grösch keinen guten Tag erwischte, überbot sich in Konfusion und Finn Porath, talentierter HSV-Leihstürmer der Randmünchner, ließ sich dieses Geschenk aus Nahdistanz nicht entgehen, vollendete trocken ins kurze Eck. Kurz darauf hatte Hain sogar die Möglichkeit, das Spiel komplett zu drehen, doch sein Flachschuss strich knapp vorbei.

Mit dem Seitenwechsel reagierte das Trainerteam, stellte mit Hereinnahme von Brügmann und Schau auf Viererkette um. Jenaer Offensivaktionen blieben aber Mangelware. Stattdessen wurde die Begegnung ruppiger, von zahlreichen Fouls und Nickligkeiten geprägt. Wirkliche Tormöglichkeiten hatten da zumeist die Gäste, und mit der Hereinnahme des einige Zeit verletzten Spielmachers Bigalke kehrte auch die spielerische Linie zurück zu den mit nur vier Einwechselspielern angereisten Hachingern. Das Tor jedoch fiel auf der anderen Seite. Ausgangspunkt war eine Flanke Brügmanns auf Günther-Schmidt, die Hachings Verteidigung zum Eckball klären konnte. Und selbige köpfte Dennis Slamar unter dem Jubel der über 5.000 Zuschauer ins lange Eck: Saisontor Nummer eins für den Innenverteidiger. Eine abgefälschte Freistoßflanke Starkes sorgte um ein Haar für die Resultatserhöhung (85.), doch die Schlussphase gehörte chancenmäßig dann wieder der Spielvereinigung. Coppens‘ Parade und Brügmanns anschließende Rettungstat per Kopf (87.) verhinderten jedoch den Ausgleich, ebenso wie Hain per Kopf (90.) und Schimmer nach Konter (92.) scheiterten. Der Rest war Jubel: Denn nachdem der FCC über weite Strecken der Saison nie zwei Spiele am Stück für sich entscheiden konnte, sorgte der wettbewerbsübergreifende vierte Sieg in Folge für Feierstimmung bei Freibier und Sonnenschein.


Trainerstimmen:

Claus Schromm: In der Hinrunde haben wir knapp die Nase vorn gehabt, jetzt war es andersrum. Wir können unserer Mannschaft nicht wirklich einen Vorwurf machen. Wir haben unsere Vorgaben gut umgesetzt. Hatten in der ersten Halbzeit ein klares Chancenplus für uns, die zweite Halbzeit haben wir dann verloren, so dass wir als Verlierer vom Platz gehen. Wir haben viel zu viele Chancen liegen gelassen. Gratulation an Jena zu dieser Saison als Aufsteiger und ich drücke die Daumen für das Landespokalfinale.

Mark Zimmermann: Es war ein glücklicher Sieg für uns, wobei wir ganz gut ins Spiel reingekommen sind und es anfangs recht einfach hatten, da Haching sehr hoch stand. Wir gehen dann nach einem Ballgewinn in Führung. Aber trotzdem haben wir es im Laufe der ersten Halbzeit dann zu umständlicih gespielt, eklatante Fehler gemacht, waren mit zu wenig Spannung dabei. Darauf reagierend nahmen wir in der Pause dann Umstellungen vor und haben endlich mal ein Standardtor für uns genutzt, ein Spiel zu entscheiden. Hintenraus hätten wir bei 1-2 Kontern auch noch den Ausgleich kassieren können. Man hat gemerkt, dass am Ende die Beine schwer waren. Ich bin absolut froh, dass wir uns hier mit einem Heimsieg von unserem Publikum verabschieden konnten.

FC Carl Zeiss Jena: Coppens – Slamar, Löhmannsröben, Grösch (46. Schau) – Cros, Pannewitz (72. Mauer), Eckardt, Starke, Bock (46. Brügmann) – Günther-Schmidt, Thiele

SpVgg Unterhaching: Mantl – Bauer (88. Rosenzweig), Winkler, Welzmüller, Hain, Müller, Greger, Stahl, Marseiler (60. Bigalke), Kiomourtzoglou (81. Schimmer), Porath

Tore: 1:0 Günther-Schmidt (25.), 1:1 Porath (39.), 2:1 Slamar (75.)

Schiedsrichter: Eric Müller

Zuschauer: 5.225

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