Martijn Dendievel. Foto: HfM Weimar

Eine musikalische Reise durch die Auvergne in Wort und Bild

Weimar. Zu seinem zweiten Projekt formiert sich das „New Music Ensemble Weimar“, das im Oktober 2016 im Rahmen des Steve-Reich-Festivals gegründet wurde. Unter der Leitung des Dirigierstudenten Martijn Dendievel spielt es am Dienstag, 8. Mai um 21:00 Uhr im Festsaal des Fürstenhauses ein Sonderkonzert mit dem Titel „Nocturne Française“. Als deutsche Erstaufführung erklingt eine Kammerensemble-Fassung von Joseph Canteloubes „Chants d’Auvergne“ – also Liedern aus der Auvergne in der Besetzung für Streichquintett, Bläserquintett, Harfe und Schlagzeug. Als Solistin singt die Sopranistin Anna Schmid. Das Arrangement von zehn Liedern übernahm die belgische Komponistin Annelies Van Parys. Der Eintritt ist frei!

Joseph Canteloube bereiste in den Jahren 1923 bis 1930 seine Heimatregion Auvergne in der Mitte Frankreichs und sammelte Volkslieder, die er dann für Sopran und Sinfonieorchester bearbeitete. Vor allem mit der Nummer „Bailero“ aus dem zweiten der insgesamt fünf Bände der „Chants d’Auvergne“ erwarb er sich in Frankreich und darüber hinaus eine große Bekanntheit; nicht nur wegen der sehr zugänglichen Melodien dieser Gesänge, sondern auch durch eine raffinierte Handhabung des Orchesterapparats.

Ergänzt wird die träumerische Musik von einer Geschichte, die zu den zehn Nummern konzipiert wurde und zwischen den einzelnen Liedern gesprochen wird. Für die Rolle des Erzählers konnte Christoph Kurzweil gewonnen werden. Die Aufführung wird außerdem von Gemälden illustriert, die auf eine Leinwand projiziert werden und sich mit der Thematik des ländlichen Lebens auseinandersetzen. „Herzliche Einladung zu einem kurzen Konzert voller schwebender und südlich duftender Musik zu später Stunde“, sagt Dirigent Martijn Dendievel.

„Unglücklich sind die Männer die eine Frau haben, und unglücklich sind sie, die keine Frau haben! Dafür sind glücklich die Frauen, die den perfekten Mann haben, aber noch glücklicher die, die keinen haben!“. Die Texte der volkstümlichen Lieder in okzitanischer Sprache, einer Art Alt-Französisch, erzählen von typischen Situationen in den kleinen Dörfern. Die hübsche Hirtin Jeanne führt das Publikum zu ihrer Schafherde, durch die grünen Fluren und über wohlduftende Blumenwiesen.