Beschäftigungsumfang dann höher als zu Zeiten der Kommunalisierung

Jena. Im Jahr 2006 wollte der damalige Ministerpräsident Althaus (CDU) die Horte, welche sich in Landesträgerschaft als Prinzip „Einheit von Grundschule und Hort“ befinden, an die freien Träger übertragen und damit diese Einheit zerstören. Dagegen regte sich landesweit Widerstand, welche in einem Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik mündete. Stellen an den Horten wurden in dieser Zeit nicht wieder neu besetzt, was zu einer erheblichen Verschlechterung der Qualität an den Horten führte.

Um aus einer für die CDU misslichen Lage zu kommen, wurde den Kommunen als Schulträger angeboten, in eigener Regie die Horte zu führen. Auch die Stadt Jena nutze diese Möglichkeit, die sich massiv verschlechternde Personalsituation an den Horten zu verbessern. Dieser nach §12 Thüringer Schulgesetz aufgelegte Modellversuch wurde einmalig verlängert, und lief auf Grund des § 34 ThürSchG (Lehrer… und Erzieher … sind Landesbedienstete.) sowie der Weigerung des Thüringer Landkreistages zur Weiterführung des Modellversuches im Jahr 2016 aus. Zu dieser Zeit hatten die in der Stadt Jena beschäftigten ErzieherInnen einen durchschnittlichen Beschäftigungsumfang von 69% und einen befristeten Vertrag mit der Stadt Jena. Dieser wurde in einem ersten Schritt entfristet und die Beschäftigungsumfänge blieben den Beschäftigten 1:1 erhalten. Durch die verschiedenen Tarifsysteme TVöD auf TVL kam es zu Überleitungsproblemen bei einigen wenigen Beschäftigten.

Mit dem neuen Doppelhaushalt 2018/19 wurden für die Horte 158 zusätzliche Stellen geschaffen. Diese sind einerseits notwendig, da es leicht steigende Kinderzahlen gibt, andererseits da die Attraktivität der Stellen an den Horten bei 50% Beschäftigungsumfang nicht gegeben ist (Relikt aus CDU-Zeiten). Zusätzlich wurde den Horten bereits in 2017 eine Vertretungsreserve von 50 Stellen zur Verfügung gestellt, von der auch Jena bereits einige Stellen besetzt werden konnten.

„Mit den nun zusätzlichen Stellen im Hortbereich können und sollen nach Angaben des Schulamtes Ostthüringen bis zu 47 Beschäftigte an den Horten in Jena, die heute noch unter 80% Stellenumfang beschäftigt sind, zukünftig einen Beschäftigungsumfang von 80% in Anspruch nehmen. Dies sind bis zu ca. 1000€ Brutto mehr und steigert die Attraktivität der Tätigkeit deutlich. Damit haben dann die ErzieherInnen an den Jenaer Horten einen höheren Beschäftigungsumfang als in der Zeit, als sie noch bei der Stadt angestellt waren. Auch werden dadurch ca. 510 Betreuungsstunden den Jenaer Horten für gute Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen.“ freut sich der Jenaer Landtagsabgeordnete Torsten Wolf, dass seine Arbeit für gute Bildung so deutlich zum Erfolg führte. Alle in Frage kommenden Beschäftigten erhalten nach Informationen aus dem Schulamt ein diesbezügliches Angebot.

„Weiterhin werden auf Drängen von mir als Bildungspolitiker zukünftig frei werdende Stellen nicht mehr nur mit 50% besetzt, sondern mit dem Stellenumfang, die diese Stelle bisher hatte. Wenn zum Beispiel einer Erzieherin mit 75% in den Ruhestand geht, dann wird diese Stelle auch wieder mit 75% besetzt. Damit hat der Personalabbau der Vorgängerregierungen im Hortbereich ein Ende!“, stellt der Bildungs- und Haushaltspolitiker Wolf abschließend fest.