ANZEIGEN

Jena. Der FC Carl Zeiss Jena (FCC) gewinnt am Samstag ein verrücktes Spiel im Karlsruher Wildparkstadion am Ende verdient mit 3:2 und beschließt somit die erste Saison nach dem Wiederaufstieg auf Tabellenrang 11.

Einen würdigeren Rahmen für den Abschluss einer gelungenen Erstlingssaison nach dem Wiederaufstieg in die 3. Liga hätte man sich kaum wünschen können. Bei strahlendem Sonnenschein, sommerlichen Temperaturen und vor knapp 15.000 bestens aufgelegten Fans – darunter knapp 1.000 Jenaer Schlachtenbummler – im altehrwürdigen Wildparkstadion zeigten sowohl der gastgebende KSC als auch der FC Carl Zeiss Jena ein ereignis- und chancenreiches Spiel.

Der FCC hatte sich vorgenommen, die 50-Punkte-Marke zu knacken und den Zuhause noch ungeschlagenen Badenern ein Bein zu stellen. Der KSC indes wollte seinen Heimnimbus wahren und natürlich mit einem Erfolgserlebnis in die wichtige Relegationswoche gehen, in der es im Hinspiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga geht.

Nach 17 Sekunden klingelte es bereits im Jenaer Kasten. Marvin Pourie nutzte nach Vorarbeit von Anton Fink die sich ihm bietende Gelegenheit unter gütiger Mithilfe des Innenpfostens zur blitzschnellen 1:0 Führung des KSC. Jena musste sich nur kurz schütteln und kam binnen weniger Minuten selbst zu hochkarätigen Möglichkeiten für Manfred Starket (6.), Julian Günther-Schmidt (9.) und Timmy Thiele (10.). Beie Teams agierten mit offenem Visier, so dass es nach den ersten 20 Minuten gut und gern auch 3:3 hätte stehen können. Dabei zeigte der KSC, den Trainer Alois Schwartz auf fünf Postionen veränderte, ungewohnte Schwächen in der ansonsten stärksten Defensive der Liga. Nach 21 Minuten hatte Julian Günther-Schmidt den längst überfälligen Ausgleich auf dem Kopf, verfehlte aber knapp. Es folgten weiter teils sehr gute Möglichkeiten vor allem für die Jenaer Mannschaft, die allesamt ungenutzt blieben – bis zur 27. Spielminute. Da war es Timmy Thiele, der seine zweite Eins-gegen-eins-Situation gegen KSC-Schlussmann Orlishausen dieses Mal erfolgreich abschließen und zum 1:1 Ausgleich vollenden konnte. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit nutzte Julian Günther-Schmidt eine Unachtsamkeit Orlishausens, der auf der Linie kleben blieb, um aus Nahdistanz zum verdienten 2:1 der Zeiss-Elf abzuschließen (41.).

Nach einer spektakulären ersten Spielhälfte ging es in Halbzeit zwei etwas ruhiger zu, ohne dass es dabei langweilig war. Es blieb ein chancenreiches Spiel, dass sich auf einem hohen Niveau beruhigt hatte. Aufreibend blieb es auf jeden Fall. Kurz nach Wiederanpfiff spitzelte Karlsruhes Lorenz den Ball aus schier unmöglichem Winkel an den Innenpfosten, von wo aus das Spielgerät auf der Torlinie trudelte. Dennis Slamar gelang schließlich mit etwas Glück und Geschick, die Situation zu bereinigen (48.). Nach knapp einer Stunde verließ der fleißige Günther-Schmidt den Platz. Für ihn kam Domenik Bock ins Spiel, der auch gleich eine erste gute Möglichkeit auf dem Fuß hatte (56.). Doch das Tor schossen die Anderen! Nach einem zweifelhaften Freistoßpfiff für den KSC schlief die Jenaer Mannschaft, während die Karlsruher schnell ausführten und Jo Coppens wiederholt Kopf und Kragen risieren musste. Obwohl er den Ball traf, entschied Schiedsrichter Badstübner auf Elfmeter, den Wanitzek eiskalt in die Mitte zum 2:2 verwandelte (60.). Der Schlusspunkt aber gehörte dem FCC. Dominik Bock war es vorbehalten, den ihm durch einen Pressschlag unvermittelt vor die Füße gefallenen Ball im Tor der Hausherren zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Zeiss-Elf zu verwandeln.

Trainerstimmen

Mark Zimmermann (Jena): „Wir hatten vor dem Spiel die Motivation, dass der KSC Zuhause noch ungeschlagen ist und wollten selbst die 50-Punkte-Marke knacken. Wir waren in toller Stimmung schon vor dem Spiel. Die Wucht auch mit den Zuschauern hat uns am Anfang aber auch hart getroffen. Da hätte es auch 0:2 oder 0:3 stehen können. Wir haben dann den Schlüssel gefunden, das Spiel noch vor der Pause zu drehen. In der zweiten Halbzeit bekommen wir ein unglückliches Gegentor und machen ein glückliches 3:2. Wir würden gern wieder hier herkommen, doch ich wünsche Alois Schwartz und dem KSC alles Gute und den Aufstieg.“

Alois Schwartz (Karlsruhe): „Wir waren sofort gut drin im Spiel, aber dann haben wir gedacht, es läuft wohl einfach so weiter. Für die Zuschauer war es ein sehr schönes Spiel – für uns Trainer nicht. Wir haben das letzte Heimspiel nun leider verloren, welches wir gewinnen wollten, doch das zum richtigen Zeitpunkt, sodass wir uns vor der Relegation noch einmal schütteln können.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere