Foto: Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Schenkung von 28 Lithographien und 23 Skizzen

Weimar. Seit diesem Frühjahr verfügt die Kunstsammlung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora über weitere 28 Lithographien und 23 Skizzen von Künstlern wie Fritz Cremer (1906-1993) und Waldemar Grzimek (1918-1984).

Beide sind durch ihre Werke mit der Geschichte Buchenwalds als Gedenkstätte eng verbunden. Fritz Cremer gestaltete die weltberühmte Figurengruppe, Waldemar Grzimek u. a. die Glocke und die zweite und vierte Stele des Mahnmals, das am 14. September 1958 in einem Staatsakt der DDR eingeweiht wurde. Mit ihm versuchte die SED den eigenen Führungsanspruch in der DDR zu legitimieren.

Künstler wie Fritz Cremer und Waldemar Grzimek sahen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus nicht nur als eine gesellschaftliche, sondern auch als ihre künstlerische Aufgabe. Sie stellten den Mensch in den Mittelpunkt. Dabei brach Fritz Cremer auch mit den idealisierenden Darstellungen des Menschen im Sinne des Sozialistischen Realismus, indem er ihre Brüchigkeit und ihre Unterschiede betonte. Gleichwohl ließen sich auch seine Arbeiten in die Vorgaben der Erinnerungspolitik der DDR einfügen.

Die Lithographien und Skizzen sind der Stiftung von Frau Viola Handke als Schenkung überlassen worden. Ihr Vater Eugen Handke war Drucker der Akademie der Künste, mit vielen Künstlern freundschaftlich verbunden und sammelte selber Lithographien.

Die in Deutschland einmalige Kunstsammlung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verfügt über etwa 1.800 Objekte. Ihr Kernbestand sind über 600 Skizzen, die von Häftlingen in den Lagern Buchenwald und Mittelbau-Dora heimlich gezeichnet wurden. Die Lithographien von Fritz Cremer und Waldemar Grzimek bereichern nun wesentlich den plastischen und (druck-)grafischen Bestand der Kunstsammlung an Arbeiten, die im Kontext der Entstehung der Denkmale von Buchenwald entstanden sind.