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Vom 2. bis 23. Juni 2018 verbringen gut 15 Kinder, die etwa 150 bis 200 Kilometer von der radioaktiv kontaminierten Zone Tschernobyls entfernt leben, ereignisreiche Wochen in Jena. Seit mittlerweile über 30 Jahren organisiert der Verein Hilfe für die Kinder von Tschernobyl in Jena e.V. die Ausflüge in die Lichtstadt. Der Verein steht in Kontakt mit Schulen und Kindergärten aus vorrangig Koselje und Cholmy, die Kinder kommen mit dem Bus nach Deutschland und verbringen dort zunächst eine Woche gemeinsam in zum Beispiel der Jugendherberge am Stern. Danach werden sie von Gastfamilien aufgenommen und erleben für zwei Wochen deren Alltag mit. Tagsüber organisiert der Verein ein buntes Freizeitprogramm wie Kletterpark, Sauna und eben auch sportlichen Aktivitäten wie am Montag, den 11.06.18 im Universitätssportzentrum in der Oberaue. Die Initiative für diese 1,5 Stunden Sport kam jedoch von Peter Lorenz, dem Mitarbeiter des Unisport Jena für Kinder- und Familiensport. Dieser wurde im Zuge der Gastfamiliensuche kontaktiert, woraufhin er nachhakte, ob die Freizeitgestaltung der Kinder schon abgeschlossen sei oder ob es da noch Zeit und Lust für ein wenig Sport auf der Multibeachanlage des USZ gäbe. Daraufhin wurde alles organisiert und am Montag um 14 Uhr kamen die Kinder aus Weißrussland, die weder deutsch noch englisch konnten, eine Deutschlehrerin von vor Ort und ein Betreuer des Tschenobylvereins aus Jena zum Unisport.

Zu Anfang wurde Beach-Zweifelderball gespielt. Womit Peter Lorenz allerdings nicht rechnete, war, dass keines der Kinder jemals von dem Spiel gehört, geschweige denn es gespielt hatte. Trotz Übersetzerin war es gar nicht so leicht, den Kids die Spielregeln beizubringen und Peter Lorenz bemühte sich nach Kräften mit Händen und Füßen. Nach ein bis zwei Durchgängen war der Knoten jedoch geplatzt und die Kinder waren mit großer Freude dabei.

Am Spielfeldrand erzählte der Betreuer, der die Kinder zu den jeweiligen Aktivitäten fährt und mit dabei ist, dass jedes Kind bis zu drei Mal in seiner Schulzeit mit nach Jena fahren darf. Das sei aber zum Teil auch davon abhängig, wie gut sie sich in ihren Schulen in der Heimat benehmen und wie die schulischen Leistungen sind. Eine tolle Aktion des Vereins ist zum Anderen, dass pro Jahr etwa zwei bis drei Schüler ein Stipendium bekommen, um später studieren zu können. Dafür sucht und findet der Verein Spender, die jeweils 50€ im Monat aufwenden. 25€ kommen den Kindern zur Ermöglichung des Studiums zu, die restlichen 25€ pro Monat bekommen sie dann nach erfolgreicher Beendigung des Studiums auf die Hand, was eine Menge Geld für die dortigen Lebensverhältnisse darstellt.

Nach dem Beach-Zweifelderball stand Beachsoccer auf dem Plan, was vor allem bei den Jungs auf Begeisterung stieß. Kurzerhand entschloss sich Peter Lorenz, auch mitzuspielen und so duellierten sich zwei Teams in mehreren kurzen Spielen. Die Kinder waren laut und fröhlich, zählten energisch auf russisch das Torverhältnis mit, stritten sich um den Ball und genossen sichtlich die sportliche Auslastung. Nach 1,5 Stunden war es vorbei mit der Aktivität, für die Kinder aus Tschernobyl ging es weiter zum nächsten Programmpunkt, bevor sie gegen Abend von ihren Gastfamilien abgeholt wurden.

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