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Kerst: Bis zu zwei Millionen Euro jährlich für Pflege und Erhaltung / Bündelung soll für Qualitätsschub im Wandertourismus sorgen

Die Pflege und Instandhaltung der touristischen Wanderwege im Freistaat liegt ab sofort bei der Landestochter ThüringenForst. Das hat der Thüringer Landtag heute mit der „Änderung des Gesetzes über die Errichtung der Anstalt öffentlichen Rechts ‚ThüringenForst‘“ beschlossen. Zur Finanzierung dieser Aufgabe stellt das Wirtschaftsministerium jährlich bis zu zwei Millionen Euro aus seinem Etat zur Verfügung. „Das Wanderwegenetz in Thüringen ist eine touristische Basisinfrastruktur, die professionell erhalten und weiterentwickelt werden muss“, sagte Thüringens Wirtschaftsstaatssekretärin Valentina Kerst heute. In den Kommunen hätten dafür allerdings teilweise die personellen und finanziellen Kapazitäten gefehlt. „Mit der Bündelung dieser Aufgabe bei ThüringenForst wollen wir einen Qualitätsschub für den Wandertourismus in Thüringen erreichen.“

Der Aufbau eines zentralen Wanderwege-Managements ist Bestandteil der „Wanderwegekonzeption 2025“, die das Wirtschaftsministerium im Juni 2017 vorgelegt hat. Demnach konzentriert sich das Land bei der Unterhaltung und touristischen Vermarktung des Wanderwegenetzes künftig auf 20 besonders attraktive Leitrouten sowie mehrere regional bedeutsame Strecken. Auf diesen sollen die Qualität verbessert und damit herausragende Wanderangebote geschaffen werden.

„Wandern ist nach wie vor das Top-Thema für den Thüringen-Tourismus“, sagte Kerst. So entfällt mit gut 700 Millionen Euro mehr als ein Viertel des touristischen Jahresumsatzes in Thüringen auf den Wandertourismus. Und Thüringen wird auch überregional sehr stark als Wanderland wahrgenommen: So entfallen bundesweit etwa neun Prozent aller Wanderungen auf Thüringen. Im Verhältnis dazu liegt der Anteil der touristischen Aufenthalte in Thüringen insgesamt nur bei rund 2,4 Prozent.

Ziel sei es, Thüringen zu einem modernen, vielseitigen Wanderland weiterzuentwickeln, das für Jung und Alt attraktiv sein. Derzeit wollen nach Analyse der „Wanderwegekonzeption“ etwa 70 Prozent der Gäste, die urlaubs- oder freizeitmotiviert nach Thüringen kommen, „auch mal wandern“. Deshalb steht vor allem die Vermarktung guter Tages- und Halbtags-Rundtouren oder bekannter Fernrouten wie der Rennsteigweg für die große Gruppe an „Gelegenheitswanderern“ im Vordergrund. Künftig sollen aber stärker auch jüngere Menschen, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit Handicaps angesprochen werden, so die Staatssekretärin.

Für die Schaffung der dafür nötigen Infrastruktur sollen – zusätzlich zu den Kosten für das Wegemanagement und die Weiterentwicklung der Routen – in den kommenden Jahren etwa 18 Millionen Euro investiert werden, um die Wege qualitativ auszubauen, zu beschildern, einzurichten und definierte Leuchtturmprojekte zu etablieren. Bereits seit dem Jahr 2000 wurden – gefördert vom Thüringer Wirtschaftsministe­rium – insgesamt 10,3 Millionen Euro in den Ausbau von 382 Kilometern Thüringer Wanderwege investiert. Die Mittel flossen in den Wegebau, Be­schilderungen und sonstige Ausstattungen, etwa Sitzgelegenheiten, Schutz­hütten usw.

Touristische Wanderwegekonzeption. Thüringen 2025 – Ergebnisbericht.

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