Wolfgang Tiefensee (SPD)

1,5 Prozent Anstieg des Bruttoinlandsprodukts / Industrie bleibt Konjunkturmotor

Das Wachstum der Thüringer Wirtschaft hat sich auch im ersten Halbjahr 2018 fortgesetzt. Nach erster vorläufiger Berechnung des Thüringer Landesamts für Statistik ist das Bruttoinlandsprodukt im Freistaat – d.h. der Gesamt­wert aller hergestellten Waren und Dienstleistungen – im genannten Zeitraum um 1,5 Prozent gestiegen. Damit liegt Thüringen gleichauf mit anderen stark industriegeprägten Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg.

„Thüringen fährt seit Jahren einen stabilen und erfolgreichen Wachstumskurs“, bewertet Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee die Zahlen positiv. So ist das reale Bruttoinlandsprodukt im Freistaat zwischen 2010 und 2017 um +14,1 Prozent gestiegen – und damit stärker als im Bundesschnitt (+13,1 Prozent). Nur Bayern (+18,3 Prozent), Berlin (+16,6 Prozent), Niedersachsen (+15,8 Prozent) und Baden-Württemberg (15,5 Prozent) wiesen in dieser Langfrist-Betrachtung höhere Wachstumsraten auf. Die gute Entwicklung schlage sich beispielsweise in der niedrigsten Arbeitslosigkeit der ostdeutschen Länder, dem höchsten Lohnanstieg in Deutschland und einem hohen Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung nieder.

Dabei sei „die gute Wirtschaftsbilanz in erster Linie der Erfolg Thüringens als Industrieland“. So sind die Thüringer Industrieumsätze im ersten Halbjahr um rund drei Prozent gestiegen, wobei sich vor allem der Auslandsumsatz mit einem Zuwachs von 5,7 Prozent überdurchschnittlich entwickelte. Dämpfend habe sich dagegen insbesondere die demografische Entwicklung ausgewirkt, sagte Tiefensee. „Fachkräfte fehlen uns insbesondere in den Bereichen, aus denen das Wachstum kommt. Mehr Fachkräfte könnten für noch mehr Dynamik in der Thüringer Wirtschaft sorgen.“ Zu den Wachstumsbereichen zählen neben der Industrie vor allem auch der Bau sowie das Gesundheits- und Sozialgewerbe.

Dennoch sprächen viele Prognosen und Anzeichen dafür, dass sich der bisherige Wachstumskurs Thüringens fortsetzen werde. „Ich bin optimistisch, dass Thüringen – wie Deutschland insgesamt – weitere wirtschaftlich gute Jahre vor sich hat.“ Voraussetzung dafür sei, dass Unternehmen und öffentliche Hand weiterhin in Innovation und Infrastrukturen investierten. Für dieses Jahr hatte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Thüringen in einer Analyse die derzeit „beste Konjunktureinschätzung seit der Wiedervereinigung“ attestiert.

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