„Die Stadt hat sich zur Sanierung des Stadions bekannt und Baurecht geschaffen. Aber bei den Finanzen kommen Jahr für Jahr höhere Zahlen auf den Tisch, zuletzt 52 Mio. Euro insgesamt. Das ist sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange. Viele Bürger stellen zu Recht die Frage, ob ein Stadion mit guten Bedingungen für Spieler und Fans wirklich so teuer werden muss. Wir haben das Vorhaben in den letzten Jahren kritisch begleitet und sind dabei sehr weit mitgegangen. Leider habe ich das Gefühl, dass der Stadtrat das Thema bei seinen Ab-stimmungen nach dem Motto ‚Augen zu und durch‘ behandelt hat. Erlebbarer Fußball gehört in Jena dazu und dafür braucht es gute Bedingungen. Wir sollten aber jetzt nicht den Fehler machen und ein zu großes, zu teures Stadion bauen, welches den Fußballklub finanziell überlastet und die Stadt teuer zu stehen kommt. Der Bogen ist einfach überspannt.“ stellt der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat Heiko Knopf fest.

Kreissprecher Wolfgang Volkmer macht für die Grünen in Jena die neue Situation deutlich: „Zum ersten wird das Projekt durch die Baukostensteigerung teurer, die zurzeit außergewöhn-lich hoch ist. Zum zweiten muss die Stadt, um das Projekt umzusetzen, neue Kredite aufneh-men. Damit würde die Stadt ihre Entschuldung beenden und neue Schulden aufbauen. Zum dritten haben wir nichts gekonnt, wenn weiter an teuren Luftschlössern geplant wird, die dann am Ende die Nutzer enttäuschen, zum Beispiel bei der Südkurve.“ Angesichts der Kosten, der Abhängigkeit vom Investor und dem deutlichen Wunsch vieler Bürger*innen nach mehr Breitensportangeboten setzen sich die Grünen Stadtratsmitglieder in Jena für eine grundhafte Sanierung als Leichtathletik- und Fußballstadion ein. Dies ist besser, denn:

1. Der geplante Neubau verursacht Investitionen von rund 52 Millionen Euro und erhöht den Kostendruck auf den Verein enorm. Das Geld für die jährlichen Nutzungskosten wird der FC Carl Zeiss Jena nur unter größten Anstrengungen aufbringen können. Es droht Zahlungsunfähigkeit mit verheerenden Folgen für den Club und den Spielbetrieb.

2. Ein Umbau im Bestand verbraucht weniger Ressourcen, erhält die bereits erfolgten Sa-nierungen z.B. der Tartanbahn und ist damit nachhaltiger.

3. Die grundhafte Sanierung ist deutlich preisgünstiger und verbessert finanzielle Spiel-räume für Profi- und Breitensport.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Margret Franz fasst zusammen: „Wir wollen, dass in Jena Fußball gespielt wird von einem zahlungsfähigen Verein ohne ständige Insolvenzgefahr. Wir wollen aber auch, dass das traditionsreiche Stadion und seine Umgebung ein Ort für alle bleibt, in dem sich Menschen gesund halten durch Sport und Freude haben an gemeinsamen Erlebnissen. Es ist zudem sinnvoll, wenn wir darüber hinaus die finanzielle Kraft behalten, andere Vorhaben wie die Schwimmhalle – ein lang gehegter Wunsch der Bevölkerung – ohne Schulden realisieren zu können.“

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