Jena. Die linksjugend Jena zeigt sich schockiert angesichts der erklärten Absicht des Jenaer Oberbürgermeisters Thomas Nitzsche den Wagenplatz bei Jena Löbstedt bis spätestens Weihnachten räumen zu lassen. Dieser Vorstoß des Oberbürgermeisters reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein, die seit einiger Zeit auch in Jena zu beobachten ist und die Verdrängung missliebiger Personen aus dem öffentlichen Raum forciert.

Durch die gezielte Gängelung von Jugendlichen im Innenstadtbereich war diese Entwicklung der Verdrängung bereits abzusehen. Durch den Einzug sogenannter „defensiver Architektur“ in das Stadtbild Jenas, was zum Beispiel an der mit einem abschließbaren Tor und Metallgitterzaun neu geschaffenen Sitzecke in der Ludwig-Weimar-Gasse oder der neuen Raumnutzung durch Geschäfte in der “Neuen Mitte“ an den Stufen zur Johannisstraße deutlich wird, wird sie nun allerdings für alle sichtbar zementiert.

Nun steht zusätzlich der Verbleib von gleich drei soziokulturellen Projekten/Freiräumen in der Stadt auf der Kippe: Der #Wagenplatz, die #Insel und die #Südkurve.

Als Linksjugend Jena sprechen wir den Bewohnern des Wagenplatzes unsere Solidarität und Unterstützung im Kampf um den Erhalt ihres Zuhauses aus. Dass ein Bürgermeister mit FDP-Parteibuch keine Skrupel besitzt Menschen im Winter und noch dazu an Weihnachten aus ihrer Unterkunft in die Obdachlosigkeit zu befördern wundert uns zwar weniger, dennoch erwarten wir, dass der Oberbürgermeister sich wenigstens an die Beschlüsse seines eigenen Stadtrates hält, der sich für die weitere Duldung des Wagenplatzes ausgesprochen hat.

Vom Freistaat Thüringen, der aktuell Besitzer der Immobilie „Inselplatz 9a“ ist, fordern wir die Pläne zum Baustart des neuen Campus am Inselplatz solange auf Eis zu legen, bis eine für die Bewohner*innen geeignete Ersatzimmobilie gefunden und der Erhalt des Projektes sichergestellt ist. Sollte keine geeignete Ersatzimmobilie im Innenstadtbereich dafür zur Verfügung stehen, erwarten wir eine Änderung der Bebauungspläne, welche den Erhalt des aktuellen Gebäudes Inselplatz 9a mit seinem Garten vorsieht. Es geht nicht an, dass es eine Rot-Rot-Grüne Landesregierung so kalt lässt, wenn ein wichtiges soziokulturelles Projekt wie die Insel in seiner weiteren Existenz bedroht wird. Insel bleibt!

Bei der Südkurve fordern wir eine Auseinandersetzungen mit den Erfahrungen und Bedürfnissen der Jenaer Fanszene durch die Abgeordneten des Jenaer Stadtrates und eine im Anschluss durchgeführte erneute Abstimmung. Südkurve bleibt!

Für uns von der linksjugend Jena steht fest, dass der Kampf um die einzelnen Projekte womöglich nicht gewonnen werden kann, wenn man ihn nicht gemeinsam zu führen beginnt. Unter der Leitfrage: „Wem gehört die Stadt? Dem Oberbürgermeister oder uns allen?“ wollen wir darum die Protagonisten der einzelnen Initiativen ermutigen sich zu vernetzen und sich darüber zu verständigen wie der Protest zum Erhalt ihrer Projekte künftig verbunden und damit auch noch größer und wirksamer artikuliert werden kann. Denn: Einen Finger können sie brechen, aber fünf sind eine Faust!

Der Vorstand unseres Stadtverbandes der LINKEN JENA unterstützt mehrheitlich das von der Linksjugend Jena verfasste Statement zum Umgang mit soziokulturellen Projekten durch die Stadt Jena!

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