Visualisierung, A5 UKJ wtr planungsgesellschaft mbH

Gebäude A5 vervollständigt modernste Infrastruktur für generationenübergreifende Krankenversorgung
BAM AG errichtet A5-Gebäude am Standort Lobeda / Baubeginn im Sommer 2019

Jena. Thüringens größtes Bauprojekt geht in die nächste Phase: Am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wurde am heutigen 7. Dezember der Vertrag zwischen dem Universitätsklinikum und der BAM Deutschland AG zur Errichtung des A5-Gebäudes unterzeichnet. Damit sind die Weichen für den noch ausstehenden Gebäudekomplex des größten Krankenhauses im Freistaat gestellt worden.

„Das UKJ ist für Thüringen von zentraler Bedeutung“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Es sichere nicht nur eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau, sondern bündele zugleich Forschungskompetenzen im Bereich der Gesundheit und Lebenswissenschaften. „Gerade im Bereich der Sepsis- und der Alternsforschung, aber auch im Bereich der medizinischen Photonik gehört das UKJ zu den führenden Forschungseinrichtungen in Deutschland. Das zeigt nicht zuletzt die Beteiligung des UKJ am erfolgreichen Exzellenzcluster ‚Balance of the Microverse‘ in diesem Jahr. Wir wollen dieses erfolgreiche Thüringer Forschungsprofil auch in den kommenden Jahren weiter ausbauen.“ Der Klinikneubau schaffe dafür beste Bedingungen, so der Wissenschaftsminister. „Ich freue mich deshalb, dass heute dieser Vertrag abgeschlossen werden konnte. Das Gebäude A5 stellt einen weiteren Meilenstein in der beeindruckenden Neubauhistorie des UKJ dar.“ Der Freistaat fördert die Baukosten des Klinikneubaus mit insgesamt mehr als 232 Millionen Euro. Davon entfallen rund 36 Millionen Euro auf das Gebäude A5. Den Förderbescheid hierfür übergab Tiefensee am heutigen Tage an die UKJ-Vorstände. Die Gesamtinvestition für das A5 liegt bei rund 49 Millionen Euro.

„Aufgrund der Entwicklung in den vergangenen sechs Jahren und der sich daraus ergebenden perspektivischen Veränderungen war es erforderlich, die Planungen für das Gebäude A5 aus dem Jahre 2011 an diese Erfordernisse anzupassen und die Bettenkapazitäten zu erhöhen. Wir sind froh, im Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens mit der BAM Deutschland AG einen kompetenten Generalunternehmer für diese komplexe Aufgabe gefunden zu haben“, erklärte Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Kaufmännischer Vorstand des UKJ. „Architektonisch wird A5 – als letzter großer Mosaikstein unseres neuen Klinikums – mit dem bereits erreichten Gebäudekomplex ein stimmiges Ensemble bilden. Es gibt nur selten die Chance, eine Klinik dieser Größenordnung an einem Standort zusammenzuführen. Wir danken der Landesregierung und den beteiligten Ministerien für die Unterstützung.“

PD Dr. Jens Maschmann, Medizinischer Vorstand am UKJ, betont den bespielhaften Beitrag des UKJ zur Optimierung der Patientenversorgung in Thüringen, von der Geburtshilfe bis zur Geriatrie. „Die Vergrößerung der internistischen Intensivstation, die direkte Anbindung der Strahlentherapie an die Kliniken des Universitären Tumorzentrums, die unmittelbare Nähe der Geriatrie für Diagnostik- und Therapieverfahren sowie der interne Verbindungsgang, der beide Zentral-OPs miteinander verbindet – A5 verbessert die Krankenversorgung enorm. Diese Bündelung von universitärer Krankenversorgung, Forschung und Lehre ist einzigartig in Thüringen.“

Für eine moderne Hochschulmedizin spielt besonders die Integration von Forschung und Lehre eine entscheidende Rolle. „Mit der Umsetzung des A5-Gebäudes haben wir unser Vorhaben, einen modernen Medizincampus für Ärzte, Wissenschaftler und Studenten in Jena zu errichten, vollendet“, sagte Prof. Klaus Benndorf, Wissenschaftlicher Vorstand am UKJ, zur Bedeutung des Bauprojekts für den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Jena. Dieses Vorhaben sei ein weiterer Baustein, der den Standort Lobeda zunehmend attraktiv für sich ansiedelnde Forschungs- und Technologieinstitutionen mache.

„Wir freuen uns über das Vertrauen, das uns die für den Bau Verantwortlichen mit der heutigen Vertragsunterzeichnung entgegenbringen“, so Frank Schreiber, Vorstand der BAM Deutschland AG. Diese ist aus der Fusion von Müller-Altvatter Bauunternehmung und Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau hervorgegangen und gehört zu den führenden deutschen Bauunternehmen. Als Tochter der niederländischen Royal BAM Group mit einem Jahresumsatz von rund 7 Milliarden Euro zählt BAM zudem zu einem der größten Baukonzerne Europas. Das Gebäude A5 wird über die Niederlassung in Dresden umgesetzt.

Hintergrund:

Mit dem Abbruch der am 11. Dezember 1980 eröffneten Klinik für Innere Medizin ist ein Kapitel Medizingeschichte in Jena-Lobeda zu Ende gegangen. Der erste Spatenstich für das in typischer DDR-VGB-Bauweise (Vereinheitlichter Geschossbau) errichtete Gebäude wurde am 9. Dezember 1975 gesetzt. Die fünfjährige Bauphase war durch die Probleme der Planwirtschaft geprägt – dazu gehörten Materialmangel, etwa bei Bauholz und Aluminium für die Fenster, verspätete Lieferung von Betonelementen und Querelen um Bauarbeiter und Materiallieferungen mit den Verantwortlichen des damaligen Bezirks Gera, zu dem Jena gehörte.

Die neue Klinik wurde in eine Klinik für Innere Medizin I und eine Klinik für Innere Medizin II untergliedert. Während die KIM I aus der ehemaligen Medizinischen Klinik in der Bachstraße hervorging, lagen die Wurzeln für die KIM II im Städtischen Krankenhaus, das noch einige Jahre als Geriatrie weiter betrieben und 1996 endgültig geschlossen wurde. Das Hörsaalgebäude in Lobeda ging 1982 in Betrieb und wurde 2011 abgerissen. 1992 erfolgte eine Neustrukturierung der Klinik, bei der vier eigenständige Kliniken für Innere Medizin mit etwa gleich großer Bettenzahl gebildet wurden.

Bereits Ende 1990 begannen die Verhandlungen zu einem Neubau des Universitätsklinikums. 2004 wurde der erste Bauabschnitt des „Klinikum 2000“ bezogen. Der erste Teil des zweiten Bauabschnitts wurde 2016 eröffnet. In einer vorerst letzten Bauphase entsteht nun auf dem Areal der ehemaligen Klinik für Innere Medizin der Gebäudekomplex A5.

A5: Zahlen, Daten, Fakten
Baulich/architektonisch:

  • Anbindung an Neubau A4
  • Übergänge zum Haus C1 in U01, E10 und E20
  • Nutzfläche 5.651m²
  • Ebenen: 6 plus Technik
  • 470 Räume inkl. 63 Technikräume
  • 66 Betten – Allgemeinpflege/ Geriatrie
  • 28 Sonderbetten – ITS, Chest-Pain-Unit

Leistungsspektrum:

Beherbergen wird das Gebäude

  • die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie,
  • die Klinik für Geriatrie,
  • die Klinik für Hautkrankheiten,
  • ein Schlaflabor,
  • eine zusätzliche Intensivstation,
  • zwei Allgemein-Pflegestationen, eine davon bei Bedarf als IMC [Intermediate Care] nutzbar
  • die Psycho-onkologische Tagesklinik sowie Räumlichkeiten für Lehre und Forschung
    durch einen internen Verbindungsgang zum C-A-Trakt werden die bereits existierenden zwei Zentral-OPs zu einem zusammenhängenden OP-Bereich mit 25 OP-Sälen verbunden, mit einer ebenengleichen Anbindung an die Zentralsterilisation.
  • alle somatischen Bereiche mit Patientenversorgung befinden sich an einem Standort.

Bauzeit: zwei Jahre, Beginn Sommer 2019

Kosten: Insgesamt 49 Millionen Euro, davon 36 Millionen Fördermittel des Freistaates Thüringen

Besonderheit: In allen direkt an das beengte Baufeld angrenzenden Gebäuden wird der Klinikbetrieb während der Bauphase rund um die Uhr weiterlaufen.

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