Tiefensee übergibt Fördermittel / Radtourismus bleibt Wachstumsmarkt

Thüringen investiert kontinuierlich in den Fahrradtourismus im Land. Dazu hat Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute zwei Förderbescheide über zusammen gut 1,7 Millionen Euro an die Städte Jena und Schleiz übergeben. Das Geld fließt in den Ausbau von Radwegen in beiden Regionen. „Der Radtouris­mus bietet ganz im Sinne unserer Tourismusstrategie eine enge Verbindung aus Naturerleben und kulturellen Highlights“, sagte Tiefensee. „Mit gut ausgebauten Radwegen kann Thüringen in diesem Segment künftig touristisch weiter wachsen.“

Insgesamt gut 1,3 Millionen Euro erhält die Stadt Schleiz für den Umbau der ehemaligen, rund drei Kilometer langen  Stichbahn zwischen der Sperrmauer Bleiloch und dem Wanderparkplatz Gräfenwarth zu einem Rad- und Fußweg. Damit entsteht am Parkplatz ein Radwegekreuz, über das die Staumauer in den „Radrundweg um die Stauseen“ eingebunden wird. Ebenso soll im Verlauf der neuen Rad- und Fußwegeverbindung eine „Ruheinsel“ mit „Stauseebalkon“ entstehen. Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Absenkung des Gefahrenpotenzials für Radfahrer und Wanderer durch Trennung der Verkehrsarten. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Perspektivisch soll der gesamte Bleilochstausee für Radfahrer erschlossen werden.

Die Sperrmauer Bleiloch ist einer von vier touristischen „Ankerorten“ in dem von der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) „Thüringer Meer“ beschlossenen Maßnahmenkatalog, der insgesamt 57 unterschiedliche Infrastrukturprojekte mit einem Investitionsvolumen von ca. 125 Millionen Euro umfasst. Als Zeithorizont für die Umsetzung ist ein Zeitraum von 15 Jahren avisiert. Der Ankerort Sperrmauer bietet einen weiten Blick über die Wasserfläche der Bleilochtalsperre und macht die gewaltige Talsperrenmauer sowie die Staustufentechnik in beeindruckender Weise erfahrbar.

Die Stadt Jena erhält 417.000 Euro für den Ausbau des Nördlichen Saaleradwegs im Abschnitt Jena – Kunitz. Dabei handelt es sich um den vierten, rund 1,6 Kilometer langen Teilabschnitt des Radwegs im Stadtgebiet. Im Rahmen des Vorhabens soll im Bereich der Jenaischen Weiden entlang der Saale ein Teilstück des Radwegs neu gebaut werden. Dabei wird direkt an der Saale ein kleiner Rast- und Aufenthaltsbereich eingerichtet. Im Bereich der dann in Richtung Jena anschließenden Gartenanlagen werden die vorhandenen Gartenwege befestigt und das Teilstück zur Fahrradstraße umgewidmet. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf insgesamt knapp 628.000 Euro.

Der Nördliche Saaleradweg ist Teil des insgesamt 403 Kilometer langen Saaleradwegs, der auf einer Länge von 188 Kilometern in Thüringen verläuft. Er gilt als einer der abwechslungsreichsten Flussradwege in Deutschland und reicht von der Saalequelle im Fichtelgebirge über Jena und Naumburg bis nach Barby an der Elbe.

Der Radtourismus hat sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Thüringer Tourismusbranche entwickelt: Pro Jahr finden im Freistaat rund 3,7 Millionen Fahrrad-Tagesreisen statt, durch die ein Umsatz von rund 60 Millionen Euro erwirtschaftet wird.

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