Wie auch wieder der gestrige Jenaer Stadtrat zum Thema zeigte, gibt es derzeit keine kooperative Stimmung zwischen Stadtverwaltung und den meisten Stadträten, vor allem wenn es um einige heikle Themen, wie eben aktuell um die Radaue, geht. Gekontert wird nun mittlerweile auch im Jenaer Stadtrat nicht mehr mit Argumenten, sondern ausschließlich mit juristischen Vorhaltungen, dabei ist die AfD noch nicht mal im Stadtrat mit dabei. Politische Lösungen dabei sind nicht in Sicht!

Die Stadtverwaltung macht ihre Arbeit nicht, denn eine positive Prüfung einer Fläche für alternatives und modernes Wohnen gibt es bisher noch immer nicht. Den Stadträten, jedenfalls einigen von ihnen, wachsen bei jeder Sitzung die Hörner immer weiter in den Himmel. Und das mit Recht. Wenn jede Art von politischem Willen ignoriert wird, und gerade in der Stadtplanung ist der Stadtrat nunmal dafür zuständig, genau solche heiklen Fälle zu entscheiden, da kann auch ein OB auf- und niederspringen. Letztendlich hat er die Aufgabe, Stadtratsbeschlüsse umzusetzen, statt permanentes juristisches Gezänke zu beginnen. In einem Punkt hat die Stadtverwaltung Recht, was die Nutzung des Gebietes für die Radaue angeht. Die Fläche ist einfach viel zu klein. Der Bedarf in Jena ist viel größer!

Letztendlich muss man sich jedoch die Frage stellen: “Weshalb wird jede Art der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Jena verhindert?” Denn nichts anderes ist das Gebiet Am Steinbach, wo derzeit die Radaue ansässig ist. Wo ist die positive Debatte, denn es steht außer Frage, dass eine moderne Universitätsstadt solche alternative Wohnmöglichkeiten anbieten solle. Bei meinen persönlichen Gesprächen mit den Bewohnern und auch mit Bürgern in der Stadt habe ich positiv immer wieder feststellen können, dass eine Mehrheit sich für grundsätzlich mehr solche Flächen ausspricht. Auch darf man nicht vergessen, wie viele Gartenbesitzer schlafen im Sommer letztendlich auch in ihren Kleingärten. Und das ist gut und richtig so, gehört aber erstmal nicht hierher.

Ein extrem konservativer Geist greift in Jena immer weiter um sich. Angeführt durch die Stadtverwaltung, die scheinbar jetzt endlich einen willigen Gehilfen durch den neuen Oberbürgermeister Thomas Nitzsche gefunden hat, wird es sich sehr wahrscheinlich auch weiter zu den Kommunalwahlen manifestieren. Darin sehe ich eine große Gefahr für Jena. Wir brauchen die jungen Menschen und wir brauchen Alternativen, in alle Richtungen. Die Frage nach der Perspektive, aus der wir die Dinge betrachten, sollte in den Debatten im Focus stehen. Perspektiven sind in Jena noch erkennbar, jedoch fehlt es völlig an öffentlichen Debatten. Ich hätte nie gedacht, dass ich in Jena genau dafür kämpfen muss, aber es scheint schon wieder so weit zu sein.

Und ich bin überzeugt davon. Wenn wir erstmal ein Sondergebiet für diese “Lebensform” in Jena auserkoren haben, wird es auch ganz schnell bewohnt sein! Dahingehend ist die derzeitige Fläche wirklich zu klein. Lasst uns doch gemeinsam nach einer angemessenen Fläche in Jena suchen. Für Jena wäre dies definitiv eine Bereicherung für alle Menschen und einer Universitätsstadt mehr als angemessen.

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