Nachfolgend habe ich die Pendlerströme über den Pendleratlas (Datenstand Juni 2018) für Jena, Weimar und Erfurt rausgesucht. In den nachfolgenden Grafiken kann man sehr gut erkennen, dass vor allem in Jena und Erfurt eine ungeheure Diskrepanz zwischen den Aus- und den Einpendlern besteht. Diese Unterschiede werden sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Sowas nennt man dann weitestgehend „Markt“. Es entsteht eben dort die Arbeit, wo sie am attraktivsten erscheint. Vor allem die Qualität leidet in Erfurt und Jena darunter, denn dies bedeutet selbstverständlich immer mehr Verkehr innerstädtisch. Damit meine ich vor allem auch den Autoverkehr. Jeder kennt das Dilemma. In Jena ist die Stadt teilweise so unattraktiv und laut geworden, dass dies die vielen Fahrradfahrer innerorts nicht wettmachen können. Junge Familien, die auf die Arbeit in Jena angewiesen sind, müssen aufs Land ziehen. Na dann viel Spaß beim noch mehr Pendeln…


Und wir sollen und müssen ja weiter wachsen. Das sieht das System so vor. Jena und Erfurt gehören zur Kategorie der Schwarmstädte, also wo gerne junge Menschen hinziehen und auch leben wollen. Weimar zählt auch zu den Schwarmstädten, aber eher im umgekehrten Sinne. Sie ist die Bundeshauptstadt der Rentner. Leider hat Jena in den letzten Jahren ca. 5000 Studenten verloren. Für eine Schwarmstadt ein regelrechtes Armutszeugnis. Meiner Einschätzung nach weil es vor allem keinen neuen und günstigen Wohnraum in Jena gab, um hier eine Familie gründen zu können. Die Jobs sind also scheinbar da, aber das Interesse an jungen Familien wohl doch sehr gering, diese auch in Jena zu halten. Bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen müsste die Kernaufgabe Jenas sein. Junge Familien gehen nicht ins Umland, sie ziehen gleich weiter nach Leipzig oder gehen gleich in den Westen, wie dies die thüringer Abwanderungszahlen immer wieder beweisen.


Erfurt hingegen hat die letzten Jahren echt aufgeholt. In Jena ist ja auch faktisch nichts mehr passiert bzw. hat man vieles einfach passieren lassen, ohne sich politisch im Klaren darüber zu sein, was es für eine Stadt wie Jena bedeutet, wenn man es nicht schafft, die jungen Menschen hier in Jena halten zu können.


Wenn wir also wieder weiter vorankommen wollen, dann geht das nur gemeinsam. Der Trugschluss dabei ist, dass es dabei nicht um den SHK geht, sondern dass die Stärke vor Ort, also vor allem in den Städte zu finden ist. Vor allem Jena hat in den letzten Jahren vieles „nicht“ gemacht, was jedoch notwendig und richtig gewesen wäre.

Ein kleiner Test zum Schluss: Du bist jung und studierst in Jena. Möchtest du nach dem Studium in a) Apolda oder b) in Kahla oder c) in Jena leben? Wie wird wohl die Antwort ausfallen? Ich habe das gestern einige Studenten gefragt. Die kannten die beiden anderen Städte nicht einmal. Also Jena aufwachen und endlich die Familienpolitik wieder zum wichtigsten Thema in Jena machen. Denn nur in der Jugend steckt der Gedanke der Zukunft! Fachkräfte hin oder her…

Jeder, der die Pendlerströme von seiner Stadt oder Region wissen möchte, kann das unter dem folgenden Link abrufen: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistische-Analysen/Interaktive-Visualisierung/Pendleratlas/Pendleratlas-Nav.html

1 KOMMENTAR

  1. Verantwortlich sind diese Ausstitzer-Typen, die wir in der heutigen schnellebigen Zeit, in der man schnell auf Entwicklungen reagieren muß, absolut nicht brauchen können. Aussitzer wie Schröter und Merkel und wie sie alle heißen. Meiner Meinung nach sind das am Ende nur Ängstliche, Getriebene. Wertlos. Mit denen gewinns’te keen Blumn’topp! Wir brauchen Macher, welche die Bevölkerung mitnehmen können! Empathisch, intelligent, überzeugend. Keine Däumchendreher und keine Überdieköpfehinwegentscheider!

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