Jenaer Bündnis für mehr Pflegekräfte hat sich gegründet.

„Es ist enttäuschend, dass die Klinikleitung keine Antworten auf die Frage liefert, wie die Beschäftigten am UKJ entlastet werden können – sowohl im Interesse der Pflegekräfte, als auch im Interesse der Patienten.“ so Philipp Motzke, zuständiger ver.di Gewerkschaftssekretär für das Universitätsklinikum Jena.

Die Beschäftigten haben Belastungschecks durchgeführt, im Moment haben wir über 700 Rückmeldungen dazu. 93,2% geben an, sich sehr häufig oder oft gehetzt bei der Arbeit zu fühlen. 88,9% geben an, dass die Qualität der Arbeit sehr häufig oder oft darunter leidet. 79,2% sagen, dass sie nie oder nur selten ihre gesetzliche Pause nehmen können.

Ein „Tarifvertrag Entlastung“, zu dem das Universitätsklinikum Jena im Namen der Mehrheit der Beschäftigten demnächst aufgefordert wird, soll eine spürbare Entlastung für die Beschäftigten erreichen. Inhaltlich soll eine verbindliche Personalbemessung in allen Bereichen verhandelt werden. Durch gute und verbindliche Arbeitsbedingungen wird man auch Beschäftigte halten und neue gewinnen können.

Die Aussage, es gebe nicht genügend Fachkräfte wurde am 20. Juni 2019 auf der Per- sonalversammlung des Uniklinikums von Seiten des Vorstandes selbst widerlegt: 25-30 Bewerbungen würden jeden Monat am UKJ eingehen, so die Aussage des Vorstandes.
Für die Gewerkschaft ver.di ist die Behauptung, dass ein Tarifvertrag zur Entlastung möglicherweise zu ‚roten Zahlen‘ am Universitätsklinikum Jena führt, nicht im Detail nachvollziehbar.

Im Rahmen des neuen Pflegepersonalstärkungsgesetzes ist die Refinanzierung zusätzlicher Pflegekräfte durch die Krankenkassen sichergestellt.

„Absolut richtig ist die Forderung seitens der Klinikumsleitung an die Politik auch für eine bedarfsgerechte Ausstattung mit finanziellen Mittel zu sorgen. Das hat ver.di immer wieder mit den Beschäftigten gegen- über den Politikern artikuliert. In diesem Sinne begrüßen wir ausdrücklich die kürzlich zugesagte Unterstützung der Linksfraktion des Thüringer Landtages für die Forderung nach einem Tarifvertrag Entlastung.“ betont Motzke.

„Die Pflegekräfte am UKJ brauchen Entlastung und fordern eine Lösung noch vor den Landtagswahlen.“ so Motzke weiter.
Am 20. Juni 2019 hat sich das ‚Jenaer Bündnis für mehr Pflegepersonal am UKJ‘ gegründet. Die Akteurinnen und Akteure sind sich einig, dass es eine bedarfsgerechte Personalausstattung am UKJ bedarf, um die Versorgung der Bevölkerung auf Dauer und Nachhaltig zu gewährleisten.
Denn im Moment wird dies nur sichergestellt, indem die Beschäftigten mehr leisten als sie müssen.

Am ersten Bündnistreffen nahmen unter anderem folgende VertreterInnen teil:
ver.di Thüringen, der DGB Kreisverband Jena/SHK, ver.di Ortsverein Jena, IG Metall Jena-Saalfeld-Gera, Bündnis gegen Pflegenotstand Jena, DGB-Bildungswerk, Frauen*streik Thüringen, Fachschaftsrat Soziologie, Institut für Kommunikationswissenschaften, Institut für Soziologie, Medinetz Jena, Radio OKJ, SPD Jena, CDU Jena, Stadtratsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Stadtratsfraktion Die.Linke, FAU Jena, Torsten Wolf MdL, Gudrun Lukin MdL
„Dieses breite Bündnis zeigt, ein breites Spektrum der Jenaer Verbände, Parteien und anderer Vertreter von Bürgerinteressen ist sich der Problematik bewusst und wird in Zukunft die Beschäftigten am UKJ in ihrem Kampf um bessere Arbeitsbedingungen unterstützen.“ So Motzke abschließend.

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