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In der Nacht zum Sonntag wurde der „Hanfried“ auf dem Jenaer Markt zu einem politischen Statement. Um das Denkmal herum lagen Lebensmittel aus den Containern von Jenaer Supermärkten, die zum Großteil noch genießbar waren. Über den Marktplatz war ein großes Transparent gespannt mit der Aufschrift „Wir lassen sie verhungern“, so der Titel eines Buches von Jean Ziegler, dazu auf einem Plakat „Dieses Wirtschaftssystem tötet“. Mit der Aktion wollen die Künstler*innen das Konsumverhalten der westlichen Gesellschaften kritisieren, und mit ihm das kapitalistische Wirtschaftssystem: Allein in Deutschland werden jährlich 13 Mio. Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Diese Überproduktion bei jährlich 821,6 Mio. Hungertoten weltweit ist, so die Aktivist*innen, allein dem kapitalistischen Wachstumszwang geschuldet. Dabei kann, wie der Soziologe Stephan Lessenich („Neben uns die Sintflut“) gezeigt hat, der globale Norden nur deshalb im Wohlstand leben, weil ein Großteil der real anfallenden Kosten und negativen Effekte in den globalen Süden ausgelagert werden. Die Aktivist*innen fordern Bürger*innen und Politiker*innen dazu auf, gemeinsam für ein gerechtes Wirtschaftssystem zu kämpfen, das das Lebensrecht aller Menschen achtet und fördert.

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